Eine Reise durch die Blogosphäre :
Wer bloggt so spät durch Nacht und Wind?

Lesezeit: 12 Min.
Das Bloggen ist ein rastloses Geschäft. Wer es betreibt, betrachtet das Internet als seine Spielwiese, die jedoch blitzschnell zum Kriegsschauplatz werden kann. Warum sie bloggen, wissen selbst die bekanntesten Blogger nicht genau. Manchmal liegt die Antwort tief in der deutschen Provinz.

Am 7. März um 12.45 Uhr hatte die New Yorker Journalistin Julia Allison genug. „It's me, Julia“ heißt ihr Blog, den sie über Jahre hinweg mit Fotos von sich und ihren Freundinnen, deren Abendgarderobe und viel Bonbonfarbenem gefüllt hatte. Doch wer war dieses Ich, das sie monatelang nach außen gelagert hatte? Sie wusste es selbst nicht mehr. Sie wusste nur, dass es ein Ende haben sollte, dass sie jahrelang ihre Zeit verschwendet hatte. Dass die Medienperson, die sie geschaffen hatte, sie aufgefressen hatte. Einen Tag später schob sie eine eilfertige Erklärung nach: Sie habe etwas überreagiert am Vorabend. Doch sie habe ihren „Spirit“ nicht verloren, dessen sei man versichert, sie komme zurück. Sie brauche Zeit zum Nachdenken.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.