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„Ein starkes Team“ im ZDF : Bleibt alles anders

  • -Aktualisiert am

Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) ermittelt in ihrem ersten Fall neben Otto Garber (Florian Martens). Bild: dpa

In der ersten Folge ohne Maja Maranow sucht die Serie „Ein starkes Team“ Halt im Bewährten. Es geht um „Knastelsen“, um Frauen, die Beziehungen zu Häftlingen eingehen.

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          Otto Garber (Florian Martens) hat eine neue Kollegin. Sie heißt Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und kommt aus Schwerin. Nach zwei Jahrzehnten, in denen Garber mit der von Maja Maranow verkörperten Kommissarin Verena Berthold „Ein starkes Team“ bildete, ist die 65. Folge der Serie kein leichter Neuanfang für ihn. Mit seiner früheren Kollegin, von der es lediglich beiläufig heißt, sie sei nach Australien ausgewandert, verband ihn zeitweise mehr als bloß berufliche Vertrautheit. Nun wird Stefanie Stappenbeck eingeführt, ohne große Umstände: ein paar ruppige Plänkeleien, dann geht es an die Arbeit.

          Der abrupte Wechsel ist dramaturgisch nicht begründbar, und dass auch gar nicht der Versuch unternommen wird, ihn plausibel erscheinen zu lassen, muss man als Hommage verstehen. Im Januar ist die Schauspielerin Maja Maranow, die Verena Berthold so lange Zeit verkörpert hatte, dass „Ein starkes Team“ ohne sie kaum denkbar schien, gestorben. In „Knastelse“, der ersten Episode ohne sie, setzt der Autor Axel Hildebrand auf Bewährtes, der Kameramann Gunnar Fuss und die Regisseurin Maris Pfeiffer lassen Routine walten - so rührt der Film nicht mehr als nötig an seinen wunden Punkt.

          Partnervermittlung hinter Gefängnismauern

          Knastelsen nennt der Volksmund Frauen, die Beziehungen mit verurteilten Straftätern eingehen, sogar mit Mördern, Vergewaltigern und Kinderschändern. Warum solche Männer sie faszinieren, will Garber von der Anwältin Olivia Eisner (Jeanette Hain) wissen. Sie erzählt etwas von sexueller Faszination und eloquenten Briefen aus der Haft. Und Anita (Claudia Geisler-Bading) erscheint der Gefängnisinsasse Boris (Gerdy Zint) „wie ein Ritter“, eine Projektionsfigur hinter Gittern.

          Seine Entlassung aber überlebt Boris nicht. Auf der Suche nach dem Mörder setzt Kommissar Garber seinen Freund Sputnik (Jaecki Schwarz) auf die Spur einer Partnervermittlung hinter Gefängnismauern, wo die Psychologin (Eva Meckbach) die „Begegnungszelle“ mit geblümter Bettwäsche präsentiert und eine Sammlung von Interessentinnenfotos dazu. Warum aber stammen sämtliche Gefängnisbriefe an diverse Damen von einem einzigen Insassen (Marek Harloff)? Der Fall entwickelt sich, nicht übermäßig kompliziert, aber grundsolide auf gutem Niveau. So, wie man es von „Ein starkes Team“ gewohnt ist.

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