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Ein Kompagnon für Harald Schmidt : Idiotentest: ARD plant „Schmidt & Pocher“

Kollegen und bald Partner: Pocher und Schmidt Bild: dpa

Harald Schmidt musste sich etwas einfallen lassen, und das hat er auch. Statt ab Oktober sechzig Minuten lang allein Stand-up-Kabarett zu bieten, heuert er Oliver Pocher als Kompagnon an - aus „Harald Schmidt“ wird „Schmidt & Pocher“.

          Harald Schmidt musste sich etwas einfallen lassen, und er hat sich etwas einfallen lassen. Nachdem die ARD im März entschieden hatte, die Zahl seiner Shows im Ersten zu halbieren - weil mittwochs künftig Frank Plasberg mit „Hart aber fair“ läuft -, sich die Länge der Sendung aber auf eine Stunde verdoppelt, stand Schmidt vor der Frage, ob er künftig sechzig Minuten lang allein Stand-up-Kabarett oder etwas anderes bieten will. Also heuert er Oliver Pocher als Kompagnon an, aus „Harald Schmidt“ wird „Schmidt & Pocher“, donnerstags um 22.45 Uhr, am 25. Oktober geht es los, mit zweiundzwanzig Folgen, zunächst für ein Jahr.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Auch wenn die ARD und der für Schmidt zuständige WDR verkünden, sie seien auf die Idee verfallen, Pocher bei Pro Sieben abzuwerben und seine dortige Show „'Rent a Pocher' mal wörtlich“ zu nehmen, wie der Programmdirektor Günter Struve witzelt - Schmidts Wunsch war der Vater des Gedankens, Pocher „exklusiv“ an die ARD zu binden. So geht er, der mit seinem Film „Vollidiot“ augenblicklich im Kino Erfolge feiert, den Weg, den viele im deutschen Unterhaltungsfernsehen gehen - am Ende aller Eskapaden landen sie bei den Öffentlich-Rechtlichen, ob sie nun Sandra Maischberger, Johannes B. Kerner oder Reinhold Beckmann heißen. Günther Jauch bildet die Ausnahme, aber das nur, weil sein schon unterschriftsreifer Vertrag mit der ARD bekanntlich geplatzt ist.

          Einschlagen auf das, was sie am meisten lieben

          Im Fall von „Schmidt & Pocher“ - deren Vertrag erst noch ausgehandelt werden muss - soll das allein deshalb nicht geschehen, weil Pochers Verpflichtung den Etat des Ersten nicht zusätzlich belasten soll. Schmidts Show kostet die Sender geschätzte sieben Millionen Euro pro Jahr.

          Jetzt hat auch ihn die ARD geholt: Oliver Pocher (hier in einer Szene seines Films „Der Vollidiot”)

          Produziert wird „Schmidt & Pocher“ von der Kogel & Schmidt GmbH, die der Entertainer mit seinem Freund Fred Kogel führt, der Vorstandsvorsitzender der Constantin Film ist, zuvor war er bei der Kirch Media, Sat.1-Vorstand und Unterhaltungschef des ZDF. Produziert werden soll eine Sendung „im Stil einer klassischen Late Night Show“. Unklar ist, was aus Schmidts bisherigem Moderationspartner Manuel Andrack und aus der nichtsingenden Chansonette Nathalie Licard wird.

          „Herr Pocher und ich werden wöchentlich auf das einschlagen, was wir am meisten lieben: das Fernsehen“, sagt Harald Schmidt. Oliver Pocher tut kund, er „nehme die sportliche Herausforderung an, mit Herrn Schmidt und neben Herrn Silbereisen den Jugendwahn bei der ARD weiter voranzutreiben“. Im Augenblick, meint der ARD-Programmdirektor Struve, sei Pocher „ja noch als selbsternannter B-Promi auf Tour“. Aber an Schmidts Seite werde er sicher „ganz schnell zum A-Promi aufsteigen“. Für Prominenz aber sorgt, wenn wir das richtig sehen, in Schmidts und Pochers Fall nicht zuletzt ihre Werbung für den „Media Markt“. Doch auf die Werbeauftritte ihrer Protagonisten, haben wir gelernt, hat die ARD ja immer ein besonderes Auge.

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