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Serie „Mozart in the Jungle“ : Wer Magie sucht, braucht ganz große Oper

  • -Aktualisiert am

Und jetzt bitte das hohe C: Die Operndiva Alessandra (Monica Bellucci) war jahrelang verstummt, nun feiert sie ihr Comeback. Bild: Amazon

Kaum etwas macht Lust auf klassische Musik wie „Mozart in the Jungle“. In der dritten Staffel der Amazon-Serie tritt Monica Bellucci als Primadonna auf – und auch alles andere ist wieder fortissimo.

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          Kein deutscher Fernsehsender würde so etwas in Szene setzen: Ein Mann mit Turban auf dem Kopf strampelt mit einem Wasserkufen-Fahrrad über den Canale Grande. Ein Impresario legt ein Taschentuch als roten Teppich aus und bittet die Diva und den Stardirigenten zum Gespräch, nicht ohne ihn zuvor inständig zu bitten, kein Techtelmechtel anzufangen. Und dann – diskutieren die beiden Künstler, ob ihre Nudeln dreieinhalb oder vier Minuten zu lange gekocht haben. Am Ende der ersten Folge der heute auf Deutsch startenden dritten Staffel von „Mozart in the Jungle“ erklingt die Arie des Papageno aus Mozarts „Zauberflöte“. Es ist, als wolle jemand die Gesetze des Fernsehens außer Kraft setzen.

          „Mozart in the Jungle“ war vom ersten Drehtag an ein gewagtes Unterfangen. Als die Amazon-Studios sich 2014 anschickten, die 2005 erschienenen Memoiren der amerikanischen Oboistin Blaire Tindall, in der sie ihre Erfahrungen bei den New Yorker Philharmonikern ausbreitete, zu verfilmen, hätte vermutlich niemand auf den Erfolg gewettet, obwohl der renommierte mexikanische Schauspieler Gael García Bernal die Hauptrolle des Dirigenten Rodrigo de Souza übernommen hatte. In die Rolle der Oboistin, die hier Hailey Rutledge heißt, schlüpfte die weitgehend unbekannte Lola Kirke. Im vergangenen Jahr erhielt die von Paul Weitz in Szene gesetzte Serie einen Golden Globe als „beste Serie Comedy/Musical“, García Bernal wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Wie viele Zuschauer die Serie hat, ist indes ein gut gehütetes Amazon-Geheimnis.

          Drum singe, wer bei Stimme ist: Monica Bellucci und Placido Domingo.

          Es müssen genug sein, denn für die neue Staffel wurde der Aufwand potenziert. Das Drehteam verließ die Studios in Amerika und New York, zog nach Venedig, und Monica Bellucci wurde als Gaststar verpflichtet. Sie spielt die Operndiva Alessandra, die seit vier Jahren verstummt ist. Mit seiner Emphase vermag der Dirigent Rodrigo sie zurück auf die Bühne zu bringen. Und so nimmt alles seinen Lauf bis zum dramatischen Finale auf dem Markusplatz, wo Monica Bellucci so tut, als singe sie die Arie „Mon Cœur s’ouvre à ta voix“ aus der Oper „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns.

          Eine Opernsängerin zu spielen, ist kein Leichtes. „Wir haben in Paris drei Wochen lang nichts anderes geübt“, sagt die amerikanische Sopranistin Peggy Bouveret. Bei den Dreharbeiten steht sie Monica Bellucci gegenüber und spielt ihr jede Gesangsnuance vor. Wenn Monica Bellucci also in der Serie die Lippen synchron zum Playback bewegt und dabei konzentriert auf einen Punkt starrt, hat sie Peggy Bouveret im Blick. „Ich musste ihr beibringen, wie sie zu atmen und wie sie ihren Hals zu halten hat“, sagt diese. Auch Monica Bellucci ist beeindruckt von dem Aufwand, der für die Serie betrieben wird. „Sie sperren einfach den Markusplatz. Wow! Als Schauspieler wird es so aber einfacher, Magie zu entfalten, weil sie um dich herum Magie schaffen“, sagt sie. Sie sei erstaunt gewesen, als der Regisseur Weitz und der Produzent Roman Copolla ihr die Rolle anboten. „Woher konnten sie wissen, ob ich diese Rolle spielen kann. Ich wusste es ja selbst nicht. Sie gaben mir die Chance, diese starke schöne Rolle zu spielen, für die ich natürlich Diven wie die Callas, Caballé und Garanca studiert habe.“

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