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Fernsehen in HD : Heute Nacht wird der Bildschirm schwarz

  • -Aktualisiert am

Umstellung des Antennenfernsehens: Am Mittwochmorgen wird mancher in die Röhre schauen. Bild: dpa

Wer über Antenne fernsieht, muss sein Gerät nicht nur aufrüsten, sondern für Privatsender zusätzlich zahlen. Sonst gibt es nichts zu sehen. Grund ist die Umstellung auf den Digitalstandard in HD. Ist das die zweite Rundfunkgebühr?

          Zur Geisterstunde wird der Bildschirm schwarz: In der Nacht auf Mittwoch wird in den großen Ballungsräumen um Mitternacht der Fernsehempfang per Antenne für einige Stunden unterbrochen. Bis zwölf Uhr mittags erfolgt die Umstellung auf den neuen Standard DVB-T2 HD, der das bisherige Übertragungsformat DVB-T ablöst.

          Mehr als drei Millionen Menschen nutzen in Deutschland das Antennenfernsehen, viele davon für Zweitgeräte. Der neue Standard verspricht eine bessere Bildqualität, sorgt aber auch für Unmut: Wer weiterhin Privatsender wie RTL oder Pro Sieben schauen will, muss nach der Umstellung dafür zahlen. Eine niedrigere Auflösung wird nicht gesendet, und für den Antennenempfang in HD-Qualität verlangen die Privaten ab 1. Juli 69 Euro im Jahr, vermarktet ausgerechnet über eine Plattform mit dem Namen „Freenet-TV“. Hinzu kommen Kosten für ein Entschlüsselungsmodul. Über die Antenne frei empfangbar ist fortan nur noch das HD-Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

          Weitere Zusatzkosten

          Kein Wunder, dass das die Nutzer stört. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ bekundeten laut Deutscher Presse-Agentur 64 Prozent der 2000 Befragten, sie fänden die Preisforderung der Privaten „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Immerhin 19 Prozent der befragten DVB-T-Nutzer gaben an, zum Satelliten-Fernsehen wechseln zu wollen. Hier lassen die Privatsender dem Zuschauer die Wahl, ob er für HD-Qualität bezahlen oder kostenlos in niedriger Auflösung schauen will.

          Antennenfreunde mit älteren Geräten benötigen, damit sie überhaupt noch etwas zu sehen bekommen, für das neue Format zusätzlich auch eine Set-Top-Box. Denn nur neuere Geräte haben in der Regel eine eingebaute Empfangselektronik für DVB-T2 HD. Klarheit schafft die Geräteliste der Internetseite „TV-Plattform“. In vielen ländlichen Regionen sind indes über die Antenne weiterhin nur die öffentlich-rechtlichen Kanäle empfangbar – bis Mitte 2019 wird aber auch hier auf HD-Qualität umgestellt.

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