https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dumbo-fliegt-disney-beschraenkt-sein-filmangebot-17172030.html

Disney+ beschränkt Filmangebot : Dumbo fliegt raus

„Dieses Programm enthält negative Darstellungen“, heißt es heute als Warnung bei diesem Film, wenn er bei Disney+ über ein Profil für Erwachsene aufgerufen wird: Szene aus „Dumbo“ aus dem Jahr 1941. Bild: Picture-Alliance

Wer neuerdings im Kinder-Modus des Streamingportals Disney+ nach Trickfilmklassikern wie dem „Dschungelbuch“, „Susi und Strolch“, „Peter Pan“, den „Aristocats“ oder „Dumbo“ sucht, hält vergebens Ausschau.

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          Manche Filme sind heute nicht mehr, was sie mal waren. Zumindest in den Augen mancher Betrachter. Wie andere Medienkonzerne auch versucht deshalb Disney, Inhalte aktuellen symbolpolitischen Anforderungen anzupassen. Wer neuerdings im Kinder-Modus des Streamingportals Disney+ nach Trickfilmklassikern wie dem „Dschungelbuch“, „Susi und Strolch“, „Peter Pan“, den „Aristocats“ oder „Dumbo“ sucht, hält vergebens Ausschau.

          Axel Weidemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Zwar lassen sie sich noch im Erwachsenenprofil betrachten, allerdings nicht ohne Hinweis: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen (...) Diese Stereotypen waren damals falsch und sind es jetzt.“ Statt sie zu löschen, will Disney deren „schädliche Auswirkungen“ anerkennen und das Gespräch eröffnen, „um die Zukunft gemeinsam noch inklusiver“ zu gestalten.

          In einem Video auf der Website von „Stories Matter“, einer Initiative, in der sich Disney mit den Darstellungsweisen seiner Filme auseinandersetzt, sagt die Schauspielerin Geena Davis, Gründerin des ihren Namen tragenden Instituts zur Erforschung der Geschlechterdarstellung in Medien: „Was unsere Kinder sehen, setzt den Rahmen dessen, was sie im Leben für möglich halten.“

          Welche Botschaft, fragt Davis, sende man seinen Kindern, wenn man Charaktere als „eindimensional, klischeebehaftet, Randfiguren, hypersexualisiert oder erst gar nicht“ anlegt? Ein Satz auf der Seite ist für ältere, bereits „disneygeschädigte“ Kinder wichtig: „Glücklich bis an ihr Lebensende (happily ever after), das passiert nicht einfach so. Es verlangt Einsatz.“ Disney hat noch viel zu tun.

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