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Frauenmagazin im Vatikan : Nach dem Eklat eine neue Redaktion

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Unser Bild zeigt eine Gruppe von Nonnen bei der Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan vor einem Jahr. Bild: dpa

Ende März trat die Redaktion der im Vatikan erscheinenden Frauenzeitschrift „Donne Chiesa Mondo“ aus Protest zurück. Sie hatte über den Missbrauch von Nonnen durch Kleriker berichtet. Jetzt hat das Magazin eine neue Besetzung.

          Nach dem geschlossenen Rücktritt der Redaktion der Frauenbeilage des „Osservatore Romano“ hat die Vatikanzeitung eine neue Redaktionsgruppe zusammengestellt. Geleitet wird die Redaktion der „Donne Chiesa Mondo“ (Frauen Kirche Welt“) mit ihren vierzehn Mitgliedern von der italienischen Journalistin Rita Pinci. Zum Team zählen unter anderen die deutsche Kunsthistorikerin Yvonne Dohna Schlobitten und die iranische Islamwissenschaftlerin Shahrzad Houshmand Zadeh. Unter den vier nicht aus Italien stammenden neuen Mitarbeitern ist auch die Spanierin Marta Rodríguez Díaz von der Universität der konservativen Ordensgemeinschaft Legionäre Christi in Rom.

          Rita Pinci arbeitete zuvor bei TV 2000, dem Sender der Italienischen Bischofskonferenz, für den auch der Chef der vatikanischen Kommunikationsbehörde, Paolo Ruffini, früher leitend tätig war. Begonnen hatte Pinci bei der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“; dort war sie nach zwanzig Jahren zuletzt stellvertretende Chefredakteurin. Anschließend war sie für italienische Printmedien wie das Magazin „Panorama“ tätig.

          In einer Pressemitteilung des Vatikan erklärte Pinci, die Kirche brauche auch publizistisch den Blick von Frauen, die mehr als die Hälfte aller Gläubigen ausmachten. Sie wolle das Magazin „Donne Chiesa Mondo“ mit dem neuen Team in der bisher gewährten Freiheit fortführen.

          Die Redakteurinnen der Beilage waren vor einem Monat aus Protest gegen Einflussnahme durch den neuen Chefredakteur des „Osservatore Romano“, Andrea Monda, zurückgetreten. „Wir werfen das Handtuch, weil wir uns von einem Klima des Misstrauens umgeben fühlen, in dem uns zunehmend die Legitimation abgesprochen wird“, schrieb die Herausgeberin der Beilage, Lucetta Scaraffia, in einem Brief an Papst Franziskus. Die Beilage hatte zuvor über sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen und Ausbeutung von Schwestern als Haushälterinnen kirchlicher Würdenträger berichtet. Andrea Mondo hatte den Vorwurf der Einflussnahme zurückgewiesen.

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