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Falsch behandelt : Disney versieht auch „Muppet Show“ mit Warnhinweis

Als Frosch fein raus? Kermit bei der Premiere eines „Die Muppets“-Filmes. Bild: dpa

„Diese Stereotypen waren damals falsch und sind es jetzt“: Disney versieht die „Muppet Show“ mit einem Warnhinweis. Auch deutsche Sender wollen künftig Mediatheken prüfen.

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          Jim Hensons „Muppets“ sind seit dem 19. Februar bei Disney+ zu sehen – einige Episoden allerdings nur nach einem Warnhinweis. Wie das Magazin „Variety“ berichtet, sind achtzehn Episoden der Puppen-Serie mit einer vorgeschalteten Nachricht versehen, die vor „negativen Darstellungen und/oder falscher Behandlung von Personen oder Kulturen“ warnt. Im Zuge der „Stories Matter“-Initiative, bei der sich Disney mit den Darstellungsweisen seiner Inhalte auseinandersetzt, waren bereits Trickfilme wie „Dschungelbuch“ oder „Dumbo“ mit solchen Hinweisen versehen worden (F.A.Z. vom 30. Januar). Weiter lautet der Hinweis: „Diese Stereotypen waren damals falsch und sind es jetzt.“

          Axel Weidemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Konkrete Aussagen, auf welche Szenen der betroffenen Folgen der Hinweis zielt, macht Disney nicht. Der Reddit-Nutzer „u/ItachiIshtar“ hat sich daraufhin mit Rückgriff auf das „Muppet Wiki“ die entsprechenden Episoden angesehen und macht auf dem Message-Board Vorschläge, welche möglicherweise problematischen Szenen gemeint seien könnten.

          So komme in der Folge mit dem Komiker Spike Milligan ein Auftritt mit dem Titel „It’s a Small World“ vor, in dem ein Chinese mit Überbiss und schwarzen Zöpfen dargestellt wird. Eine andere Folge zeige den Komiker Peter Sellers in „A Gypsy’s Violin“ als Sinti- oder Roma- Karikatur. Johnny Cash wiederum trete in der „Muppet Show“ vor einer Konföderierten-Flagge auf, seit langem ein Symbol der amerikanischen Ultrarechten. In Amerika haben auch andere Anbieter wie HBO Max begonnen, Filme mit Hinweisen zu versehen. Auch in Deutschland sind solche Anmerkungen künftig denkbar. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte der WDR, der jüngst aufgrund von sogenanntem Blackfacing in einem Zusammenschnitt alter Karnevalssendungen in die Kritik geraden war, man denke darüber nach, Mediathek-Inhalte stärker zu prüfen.

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