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Diskriminierung bei „Tiktok“ : „Hässliche“ Menschen?

Schön genug für Tiktok? Zwei Frauen bei einem Selfie. (Symbolbild) Bild: dpa

Die chinesische Videoplattform „Tiktok“ hat Videos von Armen, „Hässlichen“ und Menschen mit Behinderung verbannt. Wie weit eine Plattform geht, um für Nutzer attraktiv zu sein.

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          Das chinesische Portal „Tiktok“ hat seine Moderatoren angewiesen, Posts von „hässlichen“, armen oder Nutzern mit Behinderung zu verbergen. Das geht aus Dokumenten hervor, die der Enthüllungsplattform „The Intercept“ vorliegen. „Tiktok“ ist ein Netzwerk mit mehreren hundert Millionen Nutzern weltweit, bei dem selbstgedrehte Videos mit Musik unterlegt werden.

          Stefanie Sippel
          Sportredakteurin.

          Die sogenannte „ugly content policy“ von „Tiktok“, also Richtlinie über hässliche Inhalte, diskriminiert übergewichtige Nutzer, Menschen mit Bauch oder einem „hässlichen“ Gesicht. In einem von zwei Dokumenten, die „The Intercept“ zugespielt wurden, gibt es genaue Hinweise zu Missbildungen im Gesicht. Videos solcher Nutzer seien weniger attraktiv und es nicht wert, neuen Nutzern empfohlen zu werden. Das heißt: Solche Videos erscheinen nicht in dem „For-You-Feed“ von „Tiktok“, der Millionen Nutzer erreicht, und werden für die meisten unsichtbar.

          Auch Videos mit einer „hässlichen“ Umgebung sollen nicht erscheinen, etwa solche, die in Slums aufgenommen wurden oder ländlicher Umgebung. „Schöne, ländliche Naturlandschaften könnten davon ausgenommen sein“, heißt es. Die Moderatoren sollten Ausschau halten nach heruntergekommenen Häusern, einem Riss in der Fassade oder „hässlicher“ Dekoration. Eine solche Umgebung sei wenig ansprechend und ungeeignet für neue App-Nutzer. Ein weiteres Dokument belegt die politische Zensur in Livestreams von „Tiktok“. Vor allem Material, dass die „Nationale Sicherheit“ gefährden könnte, ist betroffen. Live-Aufnahmen von Polizeieinsätzen zum Beispiel führten dazu, dass Nutzer auf der Plattform gesperrt wurden.

          Der Mutterkonzern von „Tiktok“ ist „Byte Dance“, eine chinesische Firma, die von der amerikanischen Regierung wegen ihrer Verbindungen zur kommunistischen Partei beobachtet wird. Ein Sprecher von „Tiktok“ teilte „The Intercept“ mit, „die meisten“ Anweisungen würden „entweder nicht länger benutzt“ oder seien „nie in Kraft getreten“. Regelungen, die Unattraktive, Behinderte und arme Menschen betreffen, repräsentierten „einen frühen Versuch, Mobbing vorzubeugen“, seien aber schon nicht mehr wirksam gewesen, als „The Intercept“ die Dokumente erhalten habe. Den Quellen des Enthüllungsportals zufolge galten die Richtlinien jedoch bis ins späte Jahr 2019. Im vergangenen Jahr sei die Livestream-Vorgabe auch erst verfasst worden. Die Plattform „Netzpolitik“ hatte im vergangenen Dezember berichtet, dass „Tiktok“ den Zugriff auf Videos von behinderten, übergewichtigen und LGBT-Nutzern unterdrücke. Auch damals hieß es von „Tiktok“, man wolle Mobbing vorbeugen. Eine solche Intention geht aus den Dokumenten jedoch nicht hervor.

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