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Nach Richtungsstreit : Digitalchefin Bönisch verlässt „Süddeutsche Zeitung“

  • Aktualisiert am

Julia Bönisch bei den 32. Medientagen in München Bild: dpa

Über das Zerwürfnis wurde in Medienkreisen seit Monaten diskutiert, jetzt ist es offiziell: Julia Bönisch, die Digital-Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“, verlässt die Redaktion.

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          Julia Bönisch verlässt die „Süddeutsche Zeitung“ nach rund zwei Jahren an der Spitze von „sz.de“. Ihre Aufgaben übernehmen kommissarisch die Nachrichtenchefs der „SZ“, Iris Mayer und Ulrich Schäfer, wie der Verlag am Montag in eigener Sache mitteilte. Die Trennung erfolge in gegenseitigem Einvernehmen.

          Bönisch, die 2007 zur „SZ“ kam, war seit Anfang 2017 Chefredakteurin von „sz.de“ und seit Mai vergangenen Jahres Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“, die sowohl die gedruckte Zeitung wie auch das Online- und Digital-Angebot verantwortet. Sie wird mit den Worten zitiert: „Ich bedanke mich bei dem Verlag und vor allem bei meinem Team für die gute Zusammenarbeit. Wir haben gemeinsam viel erreicht, und darauf bin ich stolz. Doch jetzt trennen sich unsere Wege. Manchmal braucht man den Mut zu Veränderungen.“

          Trennung von Redaktion und Verlag

          Dass es unterschiedliche Ansichten über die Zukunft der Zusammenarbeit bei der „SZ“ gab und diese immer wieder zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen führten, zeigte sich, als Bönisch im Frühjahr einen Debattenbeitrag im Medienmagazin „Journalist“ veröffentlichte und dafür in der eigenen Redaktion scharf kritisiert wurde. In dem Beitrag hatte sie die strikte Trennung von Redaktion und Verlag infrage gestellt – ein Tabubruch. Redaktionsleiter müssten heute wie Manager und Produktchefs agieren, die in „Workflows und Prozessen denken“, so Bönisch. Sie schrieb von „Beharrungskräften“, die Veränderungen im Haus behinderten, und vom Gegenwind, der ihr als Frau in der Führungsposition entgegenschlage. 

          „SZ“-Geschäftsführer Stefan Hilscher dankte Bönisch für ihren „leidenschaftlichen Einsatz“. Bönisch habe „maßgeblich dazu beigetragen, die „Süddeutsche Zeitung“ zum führenden Nachrichtenangebot im deutschsprachigen Internet zu machen“. Mit ihrer „Freude am Qualitätsjournalismus und ihrer Expertise im innovativen Redaktionsmanagement“ habe Bönisch „wesentliche Leitplanken für unsere kommende Entwicklung gesetzt“, sagte Hilscher.

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