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Dieter Thomas Heck wird 80 : Er hat noch einen Schlager aus Berlin

Showmaster Dieter Thomas Heck Bild: dpa

Mit ihm bekam das Musikfernsehen Tempo: Dieter Thomas Heck, der schnellste Moderator aller Zeiten und Macher der „ZDF-Hitparade“, wird achtzig. Dazu fix ein paar Worte.

          Wie kein Zweiter hat Dieter Thomas Heck gezeigt, wie man ein persönliches Handicap ins Gegenteil verwandelt. Denn schneller als er sprach niemand im deutschen Fernsehen. „Hier ist Berlin“ schmetterte er ins Rund, wenn im ZDF die „Hitparade“ begann. Bis zum Ende jeder der 183 Sendungen, die er von 1969 bis 1984 moderierte, stand er unter Starkstrom, und den Abspann verwandelte er in ein unnachahmliches Namens-Stakkato, in dem er sämtliche Beteiligten aufrief, vom Regisseur bis zum Beleuchter.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Als Kind hatte Heck gestottert – die Folge eines Bombenangriffs im Zweiten Weltkrieg in Hamburg. Sein Sprachvermögen und sein Moderationstalent aber wurden für den jungen, in Flensburg geborenen Carl Dieter Heckscher, der sich den Künstlernamen Dieter Thomas Heck zulegte, zum Markenzeichen. Er stellte es zunächst nach einer kaufmännischen Lehre als Autoverkäufer, bald aber im Rundfunk und als Discjockey unter Beweis.

          Er begann bei Peter Frankenfeld in der Sendung „Toi, toi, toi“ im Südwestfunk, wechselte zu Radio Luxemburg, dann zur Europawelle Saar, bevor er 1969 zum ZDF ging und ob des großen Publikumszuspruchs den Spitznamen „Häuptling Schnelle Zunge“ bekam. Heck verschaffte der deutschen Schlagermusik ein Podium, er übernahm Quizshows wie „4 gegen 4“ und „Die Pyramide“. Dem deutschen Schlager blieb er stets verbunden – als Showmaster im ZDF und bei der ARD („Schlagerparade der Volksmusik“, „Die goldene Stimmgabel“), als Sänger, Texter und Produzent mit seiner Firma „Dito“.

          Einmal spielte er sich selbst als bitterböse Karikatur. In dem Fernsehsatire „Das Millionenspiel“ von Wolfgang Menge und Tom Toelle, gab Heck den Moderator einer Bildschirmshow, bei der es um Leben und Tod ging. Vor zehn Jahren, zu seinem siebzigsten, zog sich Dieter Thomas Heck aus dem Showbusiness zurück. „Mein Leben war es, Menschen zu unterhalten. Dass mir dies gelungen ist, macht mich glücklich“, sagt Dieter Thomas Heck.

          Dass er fünfzig Jahre im Geschäft gewesen sei, vierzig Jahre im deutschen Fernsehen, erfülle ihn mit großer Dankbarkeit. Dieses Glück hat man Heck angemerkt. Er lebt mit seiner Frau Ragnhild in Berlin und im spanischen Águilas, wo er heute seinen achtzigsten Geburtstag feiert. Auf Geschenke ist er nicht aus, über Spenden für die Deutsche Welthungerhilfe, für die er sich seit jeher einsetzt, würde er sich freuen, sagt Heck. Denn damit könne man Gutes bewirken.

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