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Nach gelöschtem Beitrag : Dieter Nuhr lehnt DFG-Angebot ab

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Der Kabarettist Dieter Nuhr weiß, was er sagt. Und er weiß, warum er bei seinen Worten bleibt. Bild: dpa

Die Offerte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seinen nach einem Twitteransturm gelöschten Beitrag in „kommentierter“ Form wieder online zu stellen, schlägt der Kabarettist Dieter Nuhr aus. Die Entschuldigung der DFG hält er für unaufrichtig. Er sagt auch, warum.

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          Der Kabarettist Dieter Nuhr hat die Entschuldigung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Angebot, seinen von der Kampagnenseite „Für das Wissen“ gelöschten Audiobeitrag mit ergänzender Kommentierung wieder aufzuspielen, abgelehnt.

          Er habe der DFG „untersagt, mein Statement ,kommentiert‘ online zu stellen“, sagte Nuhr der Zeitung „Die Welt“. „Was soll das denn? Alle anderen sagen frei ihre Meinung und meine wird mit einer Warnung versehen wie eine Zigarettenpackung.“ Das Verhalten der DFG sei enttäuschend. „nicht nur aufgrund der Löschung, sondern noch mehr wegen des armseligen Umgangs mit der Sache“, sagte Nuhr in der „Welt“. Für viele stelle sich die Frage, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft für freie Forschung stehen wolle, „wenn sie schon bei so einer Lappalie einknickt. Mir macht das, gerade weil ich freie Wissenschaft für lebenswichtig halte, große Sorgen“.

          Die Entschuldigung der DFG nehme er nicht an, sagte Nuhr, schließlich drücke die DFG nur ihr Bedauern darüber aus, ihn nicht informiert zu haben, nicht darüber, dass sein Beitrag gelöscht wurde.

          Die DFG hatte Nuhrs Audiostatement nach einem wütenden Twitteransturm entfernt. Für das Vorgehen entschuldigte sich die DFG in einer Stellungnahme bei Nuhr, betonte aber zugleich, „Hintergrundrecherchen“ hätten ergeben, dass Nuhr die Sätze „Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft ,Folgt der Wissenschaft!‘, hat das offensichtlich nicht begriffen“ zuvor ähnlich in der Klimadebatte und über Greta Thunberg geäußert habe. Zu dieser Debatte Stellung zu nehmen sei nicht das Ziel der DFG-Jubiläumskampagne. Dieter Nuhrs biete man eine „im Lichte der aktuellen Debatte kommentierte Wieder-Online-Stellung seines Statements an, nicht zuletzt auch, um die Diskussion offenzuhalten“.

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