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TV-Quoten an Weihnachten : Helene Fischer schlägt Beethoven

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Helene Fischer und Mark Forster in der „Helene Fischer Show“ des ZDF. Bild: dpa

Das wird wohl niemanden überraschen: Zu Weihnachten im Corona-Jahr verzeichnen die Sender höhere Einschaltquoten als sonst. So mancher Filmklassiker verfängt auch noch in der x-ten Wiederholung.

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          Weihnachten war im Corona-Jahr ein Fest der Medien. Millionen beschäftigten sich mit ihrem Smartphone und checkten soziale Medien. Auch das klassisch-lineare Fernsehen profitierte - die Sender haben an den Feiertagen gute Quoten erreicht.

          Heiligabend: Eigentlich ist die Fernsehnutzung zur besten Sendezeit (Primetime) am 24. Dezember von 20 bis 23 Uhr deutlich geringer als an anderen Tagen. In den meisten Jahren ist Heiligabend sogar der Tag im Jahr, an dem abends am wenigsten ferngesehen wird. Doch im Corona-Jahr war das anders. Statt wie 2019 knapp 19,6 Millionen saßen diesmal im Schnitt 21,1 Millionen vor dem Bildschirm, wie die AGF-Videoforschung mitteilte. Zum Vergleich: Im Jahresschnitt 2020 lag die Sehbeteiligung in der Primetime bei fast 29 Millionen.

          Der Anstieg an Heiligabend kam demnach vor allem durch eine höhere Sehbeteiligung von Personen im Alter von fünfzig Jahren an aufwärts zustande. „Die im Vergleich zu den Vorjahren sehr deutlich angestiegene Sehbeteiligung deutet darauf hin, dass die Corona-Beschränkungen den traditionellen Weihnachtsablauf insbesondere bei älteren Zielgruppen verändert haben“, sagte Kerstin Niederauer-Kopf, die Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung. „Offensichtlich wurde Fernsehen als Alternative für etwa das fehlende Zusammenkommen im Kreis der Familie oder die Absage von Präsenzgottesdiensten genutzt.“

          Quotensieger zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr war der dreißig Jahre alte Komödienklassiker „Kevin - Allein zu Haus“ bei Sat.1, den 2,82 Millionen einschalteten (13,2 Prozent). 2019 waren es 2,6 Millionen gewesen. Mit der Show „Heiligabend mit Carmen Nebel“ landete das ZDF auf Platz zwei zu dieser Zeit mit 2,8 Millionen (13,0 Prozent); am 24.12.2019 waren 100.000 weniger dabei gewesen.

          Gut lief es für das Erste am späteren Abend mit einer noch weitaus älteren Komödie als „Kevin“. „Die Feuerzangenbowle“ von 1944 mit Heinz Rühmann als Johannes „Pfeiffer mit drei „f““ hatte ab 21.45 Uhr 2,17 Millionen Zuseher. Letztes Jahr waren es ab 20.15 Uhr etwa 2,1 Millionen Zuschauer gewesen.

          Nachmittags punktete das ZDF mit Filmen rund um Michel, die Kinderbuch-Romanfigur von Astrid Lindgren: „Michel bringt die Welt in Ordnung“ ab 15 Uhr (2,59 Millionen/16,9 Prozent) und zuvor „Michel muss mehr Männchen machen  ab 13.30 Uhr (2,27 Millionen/15,5 Prozent). Auch die Ausstrahlung des Ersten (eine von vielen) des Märchenklassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ lief gut: 2,18 Millionen sahen ab 12.15 Uhr zu, im Anschluss ab 13.40 Uhr verfolgten die Sketchfolge „Weihnachten bei Hoppenstedts“ von und mit Loriot 1,9 Millionen (13,1 Prozent).

          Meistgesehene Sendung überhaupt - auf immer noch niedrigem Niveau im Vergleich zu anderen Tagen - war die 20-Uhr-„Tagesschau“, die 6,56 Millionen sahen (36 Prozent Marktanteil) auf allen ausstrahlenden Kanälen, davon allein im Ersten 3,1 Millionen.

          Erster Weihnachtstag: Zur besten Sendezeit am ersten Weihnachtsfeiertag zieht „Die Helene Fischer Show“ im ZDF die meisten Zuschauer an. Im Schnitt schauten diesmal 4,3 Millionen zu (14,5 Prozent); 2019 waren es 5,9 Millionen gewesen. Es war die zehnte Fischer-Show seit 2011 (die ersten beiden kamen in der ARD). Diesmal gab es wegen der Corona-Beschränkungen keine neue Produktion vor Publikum, sondern ein Best-of: „Die Helene Fischer Show - Meine schönsten Momente“. Parallel lief im Ersten der Spielfilm „Louis van Beethoven“, den 3,29 Millionen einschalteten (10,6 Prozent). 2019 hatten den letzten Brunetti-Fall mit Uwe Kockisch als Commissario in Venedig („Donna Leon - Stille Wasser“) 5,7 Millionen eingeschaltet. Sat.1 holte mit dem Klassiker „Kevin - Allein in New York“ 2,83 Millionen vor den Bildschirm (9,4 Prozent) - 2019 waren es 2,3 Millionen gewesen.

          Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier kam im Ersten um 20.10 Uhr auf 5,88 Millionen Zuschauer (letztes Jahr knapp fünf Millionen) und im ZDF um 19.07 Uhr auf 2,94 Millionen (letztes Jahr 2,5 Millionen). Am Nachmittag punktete das Erste mit den Sissi-Filmen mit Romy Schneider. Ab etwa 14.55 Uhr sahen 2,57 Millionen „Sissi“ (16,2 Prozent; gut 600.000 mehr als 2019) und danach „Sissi - die junge Kaiserin“ 3,48 Millionen (18,3 Prozent; eine Million mehr als 2019).

          Den Papstsegen „Urbi et Orbi“ mittags um 12 im ZDF verfolgten 1,5 Millionen (11,8 Prozent; etwa 200 000 mehr als 2019). Meistgesehene Sendung überhaupt war die 20-Uhr-„Tagesschau“, die 11,32 Millionen sahen (38,7 Prozent Marktanteil) auf allen ausstrahlenden Kanälen, davon allein im Ersten 5,8 Millionen.

          Zweiter Weihnachtstag: Der ARD-„Tatort“ und das ZDF-„Traumschiff“ liegen am Abend des Zweiten Weihnachtstages beim TV-Publikum traditionell eng beieinander: Diesmal hatte zum zweiten Mal in Folge das Zweite die Nase vorn. Den Film „Das Traumschiff: Kapstadt“ mit Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger sahen 6,56 Millionen (20,0 Prozent) und den „Tatort: Unter Wölfen“ mit Ulrike Folkerts als Lena Odenthal 6,51 Millionen (19,8 Prozent).

          Meistgesehene Sendung überhaupt war wieder die 20-Uhr-„Tagesschau“, die 12,83 Millionen sahen (42,3 Prozent Marktanteil) auf allen ausstrahlenden Kanälen, davon allein im Ersten 7,3 Millionen.

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