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„Die Toten von Salzburg“ im ZDF : Hier bricht kein Siegel

  • -Aktualisiert am

Durch die Aufnahmen des Försters (Christian Geroldinger, l.) begeben sich die Ermittlungen in eine neue Richtung. Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) erhält einen Anruf. Bild: ZDF

Bruder Jakob hört nichts mehr: In „Die Toten von Salzburg: Wolf im Schafspelz“ muss Polizeimajor Peter Palfinger bei einem Mord im Kloster ermitteln.

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          In Salzburg leben drei Brüder, zwei davon echte, zwei per Orden verbunden, und fast gleichzeitig hat ein jeder von ihnen ein denkwürdiges Erlebnis: Bruder Sebastian (Simon Hatzl), Sekretär des Erzbischofs, öffnet in seinem Gemach den Brief einer Frau, die sich nach ihm verzehrt und von ihm schwanger geworden sein will. Die Nachricht gibt ihm zu denken und könnte, unabhängig davon, ob es stimmt oder nicht, zum Skandal reifen, an dessen Ende das rote Telefon auf seinem Schreibtisch zum letzten Mal klingelt. Sebastians leiblicher Bruder Peter Palfinger (Florian Teichtmeister), der im Kloster wohnt, hat ein Stelldichein mit einer attraktiven Ärztin. Einem Polizeimajor mag das erlaubt sein, aber die akustischen Begleiterscheinungen führen zum unangekündigten Besuch benachbarter Mönche und zur Überlegung des Paares, sich eine Wohnung zu suchen.

          Den dritten Bruder, ein vermeintlicher Kapuzinermönch namens Jakob, erwischt es bei einem Schattenspiel in der Kirche. Er ist für die Buchhaltung des Klosters zuständig. Und in einem Kloster, das Spenden bekommt und Waren wie Schnaps und Honig verkauft, gibt es einiges zu wirtschaften. In besagter Nacht wird er mit einem Eisenkreuz erschlagen, die Glocken am nächsten Morgen hört er nicht mehr. Bruder Sebastian findet die Leiche. Und so muss Peter Palfinger mit Bezirksinspektorin Russmeyer (Fanny Krausz) den Mörder suchen. In der jüngsten Ausgabe der „Toten von Salzburg“ mischt sich in das Nachdenken über den Beginn des Lebens mit ein Nachdenken über den Tod und was zu ihm führt.

          Bald begibt sich auch der stets missgelaunte Kommissar Hubert Mur (Michael Fitz), der wie Palfinger zur Grundkonstellation der Culture-Clash-Krimireihe zählt, auf den geistig anstrengenden Weg von Bayern nach Salzburg, um bei Herrn Wolfgang (Helmut Bohatsch) im Café Bazar eben keinen „Einspänner“ zu bestellen. Sein Erscheinen hat mit der Vorgeschichte des Opfers zu tun: Bruder Jakob hieß eigentlich Tristan Wolf und war, bevor er im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms im Kloster versteckt wurde, Banker in München. Er sollte in wenigen Wochen gegen Hermann Sturm (Nicki von Tempelhoff) aussagen – ein tief in die Mafia verstrickter Zeitgenosse, den Mur bereits für die Ermordung der Tochter seines Ausbilders Andreas Wacker (Max Herbrechter) verantwortlich macht. Daraus wird nun nichts mehr.

          Die alles entscheidende Frage gerät hier wenig tiefschürfend: Ist Sturm der Mörder von Jakob? Oder die Putzfrau? Oder gar ein Mönch? „Der Wolf im Schafspelz“, geschrieben von Stefan Brunner, der auch an der ORF-Netflix-Serie „Freud“ mitwirkte, spielt sie leidlich durch. Fromme Unterhaltung, verlässlich gestemmt von einem Ermittlergespann, das diesmal fast zu freundlich miteinander umgeht, ohne den Pfeffer, mit dem manche der ersten Folgen bestachen.

          Die Toten von Salzburg, 20.15 Uhr, im ZDF.

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