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Serie „Briarpatch Texas Kills“ : Im Hotel wohnt ein Tiger

Sucht nach dem Mörder ihrer Schwester: Rosario Dawson spielt die Ermittlerin Allegra Dill. Bild: Ursula Coyote/USA Network

Die Serie „Briarpatch“ sollte so etwa wie „Twin Peaks“ im Süden werden, eine mysteriöse Mordgeschichte im heißen Texas. Das sieht ziemlich gut aus, dauert aber nur zehn Folgen.

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          Allegra Dill kehrt aus dem denkbar traurigsten Grund in ihre Heimatstadt im heißen Süden von Texas zurück. Ihre Schwester, die fürs Sheriff’s Department arbeitete, ist ermordet worden. Wie, das sehen wir schon in der zweiten Szene. Eben noch stand sie einem säumigen Mieter gegenüber, der ihr Geld schuldet, da fliegt ihr Wagen in die Luft. Es wird nicht der einzige tödliche Anschlag bleiben in der ersten von zehn Folgen der Serie „Briarpatch – Texas Kills!“

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Worte „Texas Kills“ hat der Abokanal 13th Street im Titel hinzugefügt, damit auch noch der Letzte kapiert, was hier, in San Bonifacio, oder wie die Einheimischen sagen, „Saint Disgrace“ (Heilige Ungnade), los ist. Morde geschehen, niemand macht den Mund auf, alle haben etwas zu verbergen, und in der ganzen Stadt laufen wilde Tiere herum, die aus dem Zoo ausgebrochen sind. Ein Alligator schleicht durch den Park, über den Hotelflur streicht ein Tiger, und über allem liegt, mit reichlich Fliegen im Bild, der Geruch von Verwesung.

          Gestaltet haben die Serie der Produzent Andy Greenwald, der an dem epochalen „Legion“ mitgearbeitet hat, und Sam Esmail, der Schöpfer von „Mr. Robot“. Sie greifen in Teilen auf den Roman „Briarpatch“ von Ross Thomas zurück. Der schickte den Ermittler Benjamin Dill los, um den Mord an seiner jüngsten Schwester aufzuklären. In der Serie ist Allegra Dill (Rosario Dawson) die Unbestechliche, die der Verschwörung, die allen Verbrechen zugrunde liegt, auf die Spur kommen muss. Gespielt ist das mit großer Lässigkeit, hochkarätig besetzt und gefilmt mit erkennbarem Stilwillen. Jede Einstellung ist ein Standbild für sich; man merkt, dass Andy Greenwald im Sinn hatte, eine Art „Twin Peaks“ des Südens zu inszenieren.

          Mehr als eine abgeschlossene Staffel war ihm allerdings nicht vergönnt. Der produzierende Sender USA Network zog den Stecker. Die Erzählung für eine zweite Staffel hatte Greenwald nach eigenen Angaben schon im Köcher. Aber mit knapp einer halben Million Zuschauer pro Episode hatte er, trotz guter Kritiken, das entscheidende Argument für eine Fortsetzung nicht auf seiner Seite.

          Briarpatch –Texas Kills! läuft mittwochs um 20.13 Uhr auf dem Abosender 13th Street in Doppelfolgen.

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