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Die „Maus“ wird fünfzig : Mausjubiläum

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Demnächst soll es auch eine Gedenkmünze geben: „Die Sendung mit der Maus“ wird fünfzig. Bild: WDR/MVA

Seit fünfzig Jahren gibt es in der ARD „Lach- und Sachgeschichten“ mit der „Maus“. Die sind so gut, dass sie nicht altern. Sie zeigen, wie man gutes Kinder- und Bildungsfernsehen macht.

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          Wie übersteht man als Kind den endlosen Lockdown, ohne vollkommen zu verblöden? Frag doch mal die Maus. Noch bis Ende des Monats sendet der WDR werktäglich die „Sendung mit der Maus“, und es scheint kaum zu glauben, dass die augenklackernde Gastgeber*in (neuerdings wird ihre Übergeschlechtlichkeit betont) in wenigen Wochen ihren fünfzigsten Geburtstag feiert.

          Leibesfülle hin, das fröhlich aufgetragene Müllwagen-Orange her: So gut altern die wenigsten Medienmäuse. Denn tatsächlich handelt es sich nicht nur um eine der erfolgreichsten, sondern auch um eine der bildendsten Sendungen, die das deutsche Fernsehen je produziert hat.

          Schon die „Lachgeschichten“ können sich sehen lassen – wir sagen nur: „Shaun das Schaf“ –, das Aushängeschild aber sind nach wie vor die „Sachgeschichten“. Man sehe sich bloß einmal an, wie grandios hier etwa die Herstellung und Funktionsweise von Batterien erklärt wurde: Da hält kaum ein Physikunterricht mit. Die beliebten Fabrikbesuche, Biodiversität, Geldkreislauf, Atomkraft, Müllverwertung:

          Das Weltwissen, das sich mit dieser Sendung seit einem halben Jahrhundert erwerben lässt, ist enorm. Dass Maus-Vater Armin Maiwald, mit achtzig Jahren ist der Kölner Produzent noch so umtriebig wie eh und je, beim Pressetermin, mit dem das Maus-Geburtstagsjahr – es zieht sich mit zahlreichen Shows und Sondersendungen bis in den Oktober; der eigentliche Jahrestag ist der 7. März – offiziell eröffnet wurde, darauf abhob, in der Redaktion auf pädagogische Gesichtspunkte von Anfang an keine Rücksicht genommen zu haben, sondern allein auf journalistische und dramaturgische, das mag die theorieblasse Erziehungswissenschaft ein wenig kränken. Die Erfolgsformel der Sendung lautete immer: kindliche Neugier plus hartes Reporter-Ethos. Komplexität darf, ja, muss zwar vereinfacht werden, aber aushebeln lässt sie sich nicht.

          Nur so schafft man es vermutlich, dass einer der wichtigsten deutschen Entdecker es sich nicht nehmen lässt, als Geburtstagsgast zu einer rumpeligen Pressekonferenz zu erscheinen. Der Astronaut Alexander Gerst bezeichnete die Maus dabei neidlos als „Mentorin“, schließlich habe sie einen Weltraumflug mehr als er selbst auf dem Buckel (die beiden letzten haben sie gemeinsam absolviert). Ihre Neugier, so Gerst, sei stärker als ihre Angst: Das mache Forscher aus. Er habe als Kind wenig ferngesehen, diese Sendung aber doch, und vielleicht habe ihn ja tatsächlich die Maus zur Physik geführt.

          Abgeklärter klangen da die Geburtstagsgrüße von WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, der die Maus eine Trösterin nannte und sich sowohl über die Zuschauerzahlen (zwei Millionen jeden Sonntag) als auch über deren Altersstruktur von Mitte vierzig („ganz weit unter dem Fernsehdurchschnitt“) – Kinder und Eltern schauen gemeinsam – freute. Und Intendant Tom Buhrow schwiemelte sich in seinem Lob hoch bis zur zentralen Aussage: „Sie will den Menschen überhaupt nichts aufzwingen.“ Das war Medienchinesisch – und bedeutete: Wir könnten eigentlich auch anders. Und siehe da: Das funktioniert auch noch.

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