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Die „Quizduell“-App der ARD : Nun hat das Ding endlich doch funktioniert

  • -Aktualisiert am

Jetzt hat es doch geklappt: Die App „Quizduell“ funktioniert Bild: dpa

Zehn Tage währte die Posse um die beständig fallierende „Quizduell“-App. Am frühen Mittwochabend konnte der Moderator Jörg Pilawa schließlich aufatmen: Sie lief! Sie lief! War das ein Moment der Fernsehgeschichte?

          Ob am 21. Mai 2014 um 18.09 Uhr Fernsehgeschichte geschrieben wurde, werden spätere Generationen entscheiden. Zumindest durfte die ARD an diesem Mittwoch mit ihrem „Quizduell“-Moderator Jörg Pilawa den Beginn des interaktiven Fernsehzeitalters feiern. Die App, die sich 17 Millionen Deutsche  schon heruntergeladen haben, funktioniert nun endlich.

          Die Frage, welche Gesellschaft die deutschen Polarstationen betreibt, wurde von 40,89 Prozent der Deutschen, die sich beim Ersten als Mitspieler angemeldet hatten und auf Namen wie „tzorroh“ und „Reitendorfer“ hören, richtig mit „Alfred Wegener Institut“ beantwortet. Um das auch optisch und akustisch entsprechend zu würdigen, marschierte eine Blaskapelle ins Studio und entzündete ein Feuerwerk.

          Moderator Jörg Pilawa, der kurz zuvor noch von „seinem Griff ins Klosett“ berichtete, als er vor Wochenfrist vollmundig den Start des App-Zeitalters angekündigt hatte, nun aber optimistisch ein schwarzes „Wir sind App“-T-Shirt trug, muss also nicht als Gaststar in der ARD-Seifenoper „Verbotene Liebe“ auftauchen, wie angedroht hatte, sollte die App auch diesmal nicht funktionieren. Eigentlich wollte er nach der ersten Frage auch schon wieder aufhören. Schließlich habe das mit der Technik ja nun einmal geklappt.

          Die besten Ratefüchse gegen „Deutschland“

          Und so besonders schlimm, das kann man rückblickend sagen, wäre das vorzeitige Ende nicht gewesen. Denn die ARD hatte sich, vermutlich aus Furcht, dass die vier Studiokandidaten von der geballten Macht des deutschen Allgemeinwissens kapitulieren müssten, Deutschlands beste Ratefüchse eingeladen, die zusammen schon zwei Millionen Euro in Quizshows eingesammelt hatten.

          Und die lieferten nun das, was Pilawa ein „perfektes Spiel“ nannte. Der Wirtschaftswissenschaftler, der Pokerspieler und der Journalist wussten die richtigen Antworten auf die Fragen oft schon bevor der Moderator sie zu Ende vorgelesen hatte. Früh lag „Deutschland“, mit einer Außenschalte zu der „Tagesschau“-Moderatorin Linda Zervakis und quizzelnden Cheerleader-Girls im Beachclub am Elbstrand bebildert, mit drei und vier Punkten hinten, so dass Pilawa knapp sieben Minuten vor Schluss fragen musste, ob die Champions nicht zufällig absichtlich eine falsche Antwort geben möchten, damit man die restliche Sendezeit halbwegs spannend füllen könnte.

          Das Studiopublikum beim „Quizduell“

          Längen gab es zudem, wenn „Deutschland“  die Fragen beantwortete und sie deshalb noch nicht für die Studiokandidaten eingeblendet werden durften. Zweifel am ordnungsgemäßen Ablauf beschlichen Pilawa bei der Vielzahl der falschen Antworten, die „Deutschland“ gab, wohl selbst, was nicht zuletzt auch durch die Tatsache genährt wurde, dass Lindas Mädels einen Themenbereich noch gar nicht gewählt hatten, als er im Studio schon eingeblendet wurde. Pilawa ironisch: „Ich glaube ja nicht, dass die App läuft. Ich glaube ja, dass jemand da hinten Dateien eingibt.“

          Was hat man noch an Wissen mitgenommen? Das Eisbein hat seinen Namen, weil der Knochen nach dem Essen des Fleisches als Kufe zum Eislaufen genutzt wurde. Der Klarname von Barbie ist nun gelüftet, das Linda Zervakis-App-Pseudonym hat mit Metaxa zu tun und die Fragen im Fernseh-„Quizduell„ sind nicht aus dem Smartphone-Quizduell-Pool, sondern werden oft aus dem Englischen übersetzt oder wurden schon in anderen Pilawa-Shows verwandt. Spannender wird es vermutlich von Donnerstag an, wenn nicht Superhirne, sondern „normale“ Menschen im Studio gegen „Deutschland“ spielen. Aber die dürfen dann nicht mehr rüber in den Beachclub und Lindas Girls einen Drink ausgeben.

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