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Die NSA und das Federvieh : Wütende Vögel

Auf speziellen Seiten der NSA können sich Kinder schon mal ausmalen, was sie werden wollen, wenn sie groß sind Bild: NSA

„Angry Birds“ verraten unsere Daten an die Geheimdienste? Für die NSA sind noch ganz andere Vögel im Einsatz.

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          Wir werden unablässig ausgehorcht, überwacht, verfolgt, vermessen. Dass uns die Geheimdienste NSA und GCHQ in Ruhe lassen würden, wenn wir einmal mit einem Handy-Spiel abschalten wollen, war daher nicht zu erwarten. Was erfahren sie über uns, während wir uns gerade mit der meistverkauften aller Apps befassen, mit dem Spiel „Angry Birds“, bei dem mit einer riesengroßen Schleuder angriffslustige Vögel auf träge Schweine geschossen werden? Zum Beispiel Smartphone-Modell und Betriebssystem, zählt der „Guardian“ auf, Alter, Geschlecht und Aufenthaltsort.

          Es wäre ein leichtes, auch unsere Kindlichkeit, Ablenkungsbereitschaft, Treffsicherheit und Beharrlichkeit daraus abzuleiten, wann, wie oft und wie lange wir das energische Federvieh in unterschiedlicher Farbe, Größe und Kampfkraft durch die Gegend schießen. Über unsere Fähigkeit zu logischem Kombinieren indes erfahren die Spione wenig, und nichts über unser Geschick, Wörter in Buchstabenfeldern zu erkennen, die richtigen Bild-Text-Kombinationen zu finden oder Botschaften zu entziffern. Dabei wären solche Vorlieben für die Dienste gleich doppelt interessant, vervollständigen sie doch nicht nur das Profil einer Zielperson, sondern offenbaren auch noch Fähigkeiten, die uns vielleicht sogar zur Mitarbeit bei den Geheimdiensten qualifizierten.

          Interessanter Einsatz

          Die NSA jedenfalls betreibt seit vielen Jahren in ihrem Netzauftritt unter der Adresse www.nsa.gov/kids/ einen eigenen Bereich für Kinder, in dem pfiffige Katzen, coole Kaninchen und Schildkröten mit Durchblick von all den abenteuerlichen Dingen erzählen, mit denen man beim Ver- und Entschlüsseln so zu tun hat. Die Seite will „America‘s CryptoKids“ versammeln, die „Future Codemakers & Codebreakers“, die einmal den Großen des Landes dabei helfen sollen, ihren Job zu tun. In einer ganzen Reihe von Spielen und verschiedenen Schwierigkeitsstufen sollen die Kleinen ihre Konzentrationsfähigkeit und Kombinationsgabe unter Beweis stellen. Oder wenigstens lustige Ausmalbilder ausdrucken, in denen die Comicfiguren beim Sport, unterwegs mit Datenbrillen oder beim Betrieb einer mobilen Abhöranlage zu sehen sind.

          Es ist ein energischer Vogel in Uniform, ein Weißkopfseeadler namens Sergeant Sam, der in der eigens für die Kinderseite der NSA entwickelten Welt die jugendlichen Figuren unter seine Fittiche genommen hat. Sogar einen richtigen Lebenslauf hat man sich für den schrägen Vogel einfallen lassen, mit einem schönen Detail: In Korea und Japan sei er schon im Einsatz gewesen, heißt es, in Saudi-Arabien und Qatar. Und in Deutschland.

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