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Die Medienstrategie der NPD : „Weil alle anderen lügen“

  • -Aktualisiert am

„Gegenöffentlichkeit zu den Systemmedien”: NPD-Anhänger in Schwerin Bild: dpa

Gratisblätter, Podcasts, Schülerzeitungen: Mit publizistischen Mitteln arbeitet sich die NPD in die Köpfe vieler Menschen vor. Noch sind es keine Medienprofis, die dort am Werk sind - doch ihre Botschaften wirken. Von Olaf Sundermeyer.

          6 Min.

          Während verunsicherte Politiker angesichts der - gelegentlich - rechtsextremen Alltagskultur in Ostdeutschland in hektischen Aktionismus verfallen und teure Kampagnen gegen rechts fordern, arbeitet sich die NPD ganz im Kleinen allmählich in die Köpfe vieler Menschen vor - mit geringen Mitteln und mit den Methoden einer Bürgerbewegung. Unter dem Einfluss der Partei entsteht eine wilde Medienlandschaft, aus der eine „Gegenöffentlichkeit zu den Systemmedien“ erwachsen soll, wie die NPD meint. Getragen werden die Projekte von einzelnen jungen Aktivisten, die voller Agitationswut sind. Es ist wohl keine Lüge, wenn sich die NPD die „jüngste Partei Deutschlands“ nennt.

          Patrick Wieschke beispielsweise, ein sechsundzwanzig Jahre alter gelernter Schreiner aus Eisenach, schreibt Texte für das ideologische Gratisblatt „Wartburgkreisbote“, er verantwortet die Zeitung als Chefredakteur und verteilt 22.000 Exemplare eigenhändig in seinem Landkreis in Südthüringen, wo er zur nächsten Kommunalwahl für die NPD in den Kreistag strebt. Auf Briefkastentour ist er alle zwei Monate, samstags morgens, wenn die meisten Leute zu Hause sind: „Dann landen keine anderen Gratisblätter in den Briefkästen, zwischen denen wir dann einfach weggeschmissen werden.“

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