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Die Internet-Videos der Woche : Tipps für Leute, die noch kein Star sind

  • -Aktualisiert am

Auch aus Wachs macht sie glücklich. Beyoncé wird in der Madame-Tussauds-Variante von Fans umschwärmt Bild: dpa

Jay-Z und Beyoncé haben bei einem Konzert private Bilder auf Großleinwand gezeigt. Und Kirsten Dunst kommt vor lauter Selfies nicht mehr zum Sprechen. Es ist zum Davonlaufen.

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          Himmel, war es diese Woche wieder langweilig im Internet. Obama hat vor dem UN-Sicherheitsrat gesprochen, Europa rüstet sich für Angriffe auf IS, das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass eine Krankenschwester, die gegen eine evangelische Klinik geklagt hatte, kein Kopftuch tragen darf, und überall kursierten Videos von Beyoncé und Jay-Z, die bei ihrem Abschlusskonzert eine Wahnsinnsperformance hingelegt und Bilder aus ihrem Privatleben auf einen riesengroßen Bildschirm projiziert haben, was einerseits darauf hindeutet, dass sie sich doch nicht trennen (nur Gerüchte, um den Erfolg der Tour zu verbessern), und den Zuschauer andererseits daran erinnert, dass er möglicherweise irgendetwas falsch gemacht hat, wenn er da vorm Internet sitzt und anderen Menschen dabei zusieht, wie sie das bessere Life führen.

          ASPIRATIONAL from Matthew Frost on Vimeo.

          Die einzige Lösung wäre, etwas Unglaubliches (nichts mit Terror) zu tun und sich dabei zu fotografieren. Zu Tränen gerührt rief ich erst mal meine kleine Schwester an, die mir sofort eine Liste mit peinlichen Kinderfotos schickte (21 Kids who shut down Picture Day), und ja, natürlich, da war noch die Sache mit dem Kinderpornographie-Gesetz, was aber nicht das Problem mit der Internetlangeweile löst, und das führt wieder zu einem ganz anderen Video, das diese Woche gepostet wurde.

          Der Regisseur Matthew Frost hat einen kleinen Anti-Selfie-Terror-Film gemacht, in dem Kirsten Dunst Kirsten Dunst spielt und von zwei celebrity-wahnsinnigen Frauen überfallen wird, die, wie eigentlich alle, außer den Terroristen und Soldaten im Irak und in Syrien, vorm Internet leben und denen ihr Leben zu langweilig ist. Weswegen sie also Kirsten Dunst belästigen und sich mit ihr selfie-fotografieren, und auf die Nachfrage der Schauspielerin, ob sie über irgendetwas sprechen wollten, nur darum bitten, von ihr getaggt zu werden.

          Die Botschaft, also, klar: Lebe nicht für das Foto, sondern für den Moment, was in seiner Schlichtheit fast so blöd klingt wie „carpe diem“, insbesondere da dieses Video ja bei Facebook, dem Selfie-Wohnzimmer, wie bekloppt gepostet wurde, und dort, genau wie ein Selfie, der optimalen Selbstdarstellung dient, aber gut, Dinge sind nicht falsch, nur weil sie sich widersprechen, und so könnte ich mir selbst, im Carpe-diem-Style, nun raten, doch einfach rauszugehen und einen Baum zu umarmen, aber das tue ich nicht, auch wenn es die einzig angemessene Reaktion auf all das wäre.

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