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Die HBO-Chefs im Gespräch : Wo sonst hat Martin Scorsese zwölf Stunden?

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„It’s not TV, it’s HBO“: Steve Buscemi in „Boardwalk Empire“ Bild: dapd

Irgendwas macht der Abokanal HBO anders als die anderen. Regelmäßig bringt er herausragende Serien und Filme hervor. Von den Machern wollen wir wissen, wie das geht und ob es sich rechnet.

          In der Medienbranche geht es auf und ab. HBO zeigt sich relativ konstant. Wie machen Sie das?

          Richard Plepler: Wir hatten das Glück, robust durch die Wirtschaftskrise zu gehen. Wir waren immer fest entschlossen, unseren Abonnenten Qualität zu liefern, und zwar in allen Programmkategorien, bei den Serien, Filmen, Dokumentationen, den Comedys, im Sport und bei der Late Night, in unserem gebündelten Programm, aber auch auf Abruf bei „HBO Go“. Unsere Abonnenten können auf allen Wegen alles abrufen, was wir je produziert haben. Es geht um die Qualität der Inhalte und den leichten Zugang.

          Auf Ihrem Heimatmarkt, in den Vereinigten Staaten, treten Sie gegen die großen Networks an. Was machen Sie anders als diese Sender?

          Michael Lombardo: Abokanäle im Kabelfernsehen und HBO im Besonderen bieten ein Programm, das spezielle Zuschauererwartungen erfüllt. Das beginnt damit, dass unsere Stücke nicht von Werbung unterbrochen werden. Unser Leitbild ist nicht, Programme zu produzieren, welche die meisten Zuschauer erreichen. Wir setzen auf Programme, die eine individuelle Stimme haben. Deshalb sind unsere Zuschauer, wenn sie bei uns das von ihnen erwartete Stück finden, auch unglaublich treu.

          Ein aktuelles Beispiel ist die Serie „Girls“: Die schaut nicht jeder, aber diejenigen, welche die Serie mögen, möchten sie auf keinen Fall missen. Die großen Networks ticken anders. Denen geht es um Marktanteile und Reichweiten und Zielgruppen für die Werbung. Wir setzen nur auf die Qualität. In den letzten fünf Jahren sind einige Kabelkanäle darauf gekommen, dass das ein Erfolgsrezept sein könnte. Und so haben wir einen steigenden Qualitätswettbewerb. Mehr Sender haben verstanden, dass es ein Publikum für kluge, intelligente, anspruchsvolle Erzählkunst im Fernsehen gibt. Dass es nicht nur um Unterhaltung, sondern um Engagement geht.

          Schaut nicht jeder, aber wer die Serie mag, möchte sie nicht mehr missen: „Girls“

          Qualitätsprogramme liegen nicht auf der Straße. Man muss sie machen. Wie kommt bei Ihnen eine neue Serie zustande? Was lehnen Sie ab, wo greifen Sie zu?

          Plepler: Die Networks haben eine Matrix für ihren Erfolg, die sich von unserer grundsätzlich unterscheidet. Die großen Sender denken darüber nach, welche demographische Gruppe sie erreichen und ob das zu erwartende Publikum groß genug ist, dass sich ein Projekt rechnet. Bei uns ist es so: Da kommt jemand durch die Tür, und wir fragen uns: Ist das die originelle Idee, die wir suchen? Hat es einen Standpunkt? Haben wir so etwas noch nicht gesehen? Trauen wir diesem Autor ein Programm zu, das zu uns passt? Wenn wir diese Fragen mit Ja beantworten, springen wir auf und fangen nicht an, Marktanteilsforschung zu betreiben. Und weil sich das inzwischen herumgesprochen hat, kommen die größten Talente mit den originellsten Ideen zuerst zu uns. Wir nutzen die Gelegenheit, als Erste auf viele neue Talente und Projekte zu schauen. Wir brauchen einen geschärften Blick für das Neue, wir brauchen die besten Talente, und um die müssen wir uns auch kümmern.

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