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Die erste Woche Bild-TV : Empörung live

Thomas Kausch und Sandra Kuhn moderieren „Bild Live“ Bild: Bild.de

Showjournalisten und andere Horror-Geschichten: So war die erste Woche mit dem neuen Dauerwerbesender BILD.

          6 Min.

          Claus Strunz hat nicht zu viel versprochen: Der Programmchef von Bild TV oder Bild Live oder einfach nur BILD, wie sich der Fernsehableger der Boulevardzeitung selbst nennt, hatte ein Programm wie ein rasantes Karussell angekündigt, und tatsächlich kam man sich als Zuschauer schon kurz nach Sendestart am Sonntag vor wie auf dem Jahrmarkt: Tagsüber ballerten einen drei Stunden Fußballgequatsche ein bisschen warm, am Abend ging es dann richtig rund: In der „großen Kanzlernacht“ taten die Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Olaf Scholz dem Sender den Gefallen, mit Einzelinterviews ordentlich Starthilfe zu geben.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Damit, so war sich jedenfalls Bild sicher, ging der Wahlkampf überhaupt erst los. Bei Bild nämlich, versprach Moderatorin Patricia Platiel, werde man „die härtesten Fragen, die ehrlichsten Fragen“ stellen. Bild-Vize Paul Ronzheimer kündigte an, er werde im Interview mit Laschet „nachfragen, nachhaken“, sein Kollege Kai Weise sicherte zu, Scholz „richtig auf den Zahn zu fühlen“. Denn dass der SPD-Kandidat in den Umfragen gerade so beliebt ist, da waren sich die beiden einig, läge sicher auch daran, dass er einfach „noch nicht so richtig in die Mangel genommen worden“ sei. Das aber, natürlich, „wollen wir heute Abend ändern“. Bevor man sich aber ins große Nachhaken stürzte, schaltete man noch schnell zu eigens abgestellten Sonderreportern, die den Kandidaten „den ganzen Tag auf den Fersen“ gewesen waren, zuerst nach Michendorf, wo Olaf Scholz „vor wenigen Minuten noch eine Bratwurst gegessen hat“, wie Platiel wusste, dann aber schon vor den Springer-Verlag, wo Armin Laschet gerade einfuhr.

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