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Freie Journalisten zu Corona : Mit gestutzten Flügeln

Die Berufsgruppe der Freien ist durch die Corona-Krise schwer getroffen, für viele gibt es keine neuen Einsätze oder Aufträge mehr. Bild: Picture-Alliance

In der Corona-Pandemie sorgen sich freie Journalisten nicht nur um Aufträge, sondern auch um die eigene Existenz. Der Staat unterstützt mit Soforthilfen. Aber reicht das aus?

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          Als freie Journalistin lebt Daniela Lukaßen-Held ihren Kindheitstraum: Schon als junges Mädchen schrieb sie für die Schülerzeitung. Hinter jedem Artikel, sagt Lukaßen-Held, stehe sie mit Herzblut. Auftragsflauten und schwankendes Einkommen gehören ohne eine Festanstellung jedoch zu Risiken, die sie stets einkalkulieren muss. Da auch ihr Mann als freier Journalist arbeitet und die beiden einen kleinen Sohn haben, ganz besonders. Aktiv um Aufträge kümmern mussten sie sich normalerweise nicht. Doch mit dem Coronavirus änderte sich das: Nachdem in Nordrhein-Westfalen Kindergärten und Schulen ihre Pforten geschlossen hatten, fielen für Daniela Lukaßen-Held und ihren Mann drei große Projekte weg, mit denen sie fest gerechnet hatten. „Wir mussten uns in die Akquise stürzen“, erzählt Lukaßen-Held. „Ich bin gerade erst aus der Elternzeit zurückgekehrt – das war schwierig.“

          Die Berufsgruppe der Freien ist durch die Corona-Krise schwer getroffen. Einer Umfrage des Deutschen Journalisten-Verbands zufolge ist der monatliche Durchschnittsgewinn von 2470 Euro auf einen Erlös von nur 780 Euro gesunken. Die Zahl freier Journalisten, die Verluste schreiben, liege bei den 287 Befragten bei rund fünfzig Prozent. Wegen der Betreuung ihrer Kinder könnten 32 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer nur in eingeschränktem Maß arbeiten. Ein Drittel der befragten Freien gab an, dass es keine neuen Einsätze oder Aufträge mehr für sie gebe.

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