https://www.faz.net/-gqz-7xz75

Pegida und die Presse : Die ausgezeichneten Kontakte des Pegida-Chefs

Lutz Bachmann vor einer Pegida-Demonstration Anfang Dezember in Dresden Bild: dpa

Lutz Bachmann, der Organisator der fremdenfeindlichen Demonstrationen in Dresden, behauptet, er habe beruflich einen besonders guten Zugang zu bedeutenden Medien. Stimmt das? FAZ.NET hat nachgefragt.

          1 Min.

          Mit der Presse wollen die Demonstranten von Pegida gemeinhin nicht viel zu tun haben. Reporter werden eher beschimpft, als dass man ihnen Fragen beantwortet. Es sei denn, sie sehen so aus, als kämen sie von dem russischen Propaganda-Kanal „RT“. Zur als „Lügenpresse“ gescholtenen Berichterstatter-Zunft hält Pegida Abstand. Allerdings nicht immer. So rühmt sich der Pegida-Organisator Lutz Bachmann seiner „engen Zusammenarbeit mit namhaften Medien aus aller Welt – vor allem mit dem Axel Springer Verlag“.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          So war es jedenfalls auf der Internetseite seiner Dresdner PR-Agentur „Hotpepperpix“ zu lesen. Aufgefallen ist das dem Bundestagsabgeordneten der Linken, Niema Movassat, der seinen Fund über Twitter verbreitete. Der „Tagesspiegel“ griff die Geschichte als erstes auf. Doch wie steht es nun um die angeblich besonderen Beziehungen des Pegida-Machers zum Springer-Verlag? Die ihn angeblich in die Lage versetzen, „kompetent, schnell und flexibel auf die teilweise ausgefallenen Wünsche unseres Klientels (!) zu reagieren“?

          Die Nachfrage von FAZ.NET erweist: Es gibt diese besonderen Beziehungen nicht, sie sind PR-mäßig aufgebauscht. Bachmann hat sich als Leser-Reporter der „Bild“-Zeitung verdingt. Er habe „über die letzten Jahre ein paar Fotos an ,Bild` verkauft, vor allem als 1414-Leserreporter“, sagte die Sprecherin Sandra Petersen im Gespräch mit FAZ.NET, „wie sehr viele andere ,Bild`-Leser auch. Die Fotos hatten keinen politischen Bezug, es ging immer um lokale Ereignisse und Unfälle im Raum Dresden.“

          Inzwischen unerreichbar: www.hotpepperpix.de mit einem vollmundigen Versprechen

          Als „Leserreporter“ könnte Bachmann sich im Augenblick jedoch abermals versuchen. Vor allem montags könnte er der „Bild“ Fotos aus Dresden schicken. Selfies von Weltrang, sozusagen. Die Web-Adresse seiner Agentur „Hotpepperpix“ scheint indes nur noch sporadisch erreichbar zu sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach Wahlsieg für Tories : Der nächste Boris

          Sein Versprechen an die neuen Tory-Wähler ist auch eine Verpflichtung für Boris Johnson. Nach seinem fulminanten Wahlsieg könnte der britische Premierminister deshalb ganz anders daherkommen als gewohnt.

          „Get Brexit done“ : Die Sehnsüchte sind vom Tisch

          Großbritannien hat sich entschieden: Boris Johnson bleibt Premierminister – und soll das endlose Brexit-Thema schnell beenden. F.A.Z.-Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger ordnet im Video das Labour-Desaster und den großen Sieg der Konservativen ein.
          Allein geht es nicht: Der Rapper Kollegah kann sich forsche Töne leisten, weil er einen Beschützer hat.

          Familienclans und Rocker : Die „Rücken“ der Rapper

          Rapper in Deutschland haben oft mit kriminellen Milieus zu tun. Sie lassen sich von Rockern und Clans beschützen. Wenn die Hintermänner streiten, wird es gefährlich. Ein Einblick in die Welt von Kollegah, Capital Bra und Bushido.

          EU-Gipfel in Brüssel : Polen stellt sich quer

          Der EU-Gipfel sagt zu, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen – ausgenommen Polen. Warschau blockiert so das erhoffte Signal zum Ende der Klimakonferenz in Madrid.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.