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Deutscher Fernsehpreis : Schlimmer wird’s nimmer

Abgebrannt: Den Deutschen Fernsehpreis wird es künftig nicht mehr geben Bild: dapd

Heute wird der Deutsche Fernsehpreis zum letzten Mal verliehen. Die Preis-Show fanden zuletzt fast alle unsäglich, die großen Sender kannten nur noch Streit. Doch was kommt jetzt?

          2 Min.

          Für den Deutschen Fernsehpreis heißt es heute Abend: auf zur letzten Runde. Im Coloneum zu Köln wird der Preis zum letzten Mal in der eingeübten Form vergeben. Was danach kommt, ist ungewiss. Dass es so wie zuletzt nicht weiterginge, hatte die Verleihung im vergangenen Jahr gezeigt. Die Gala, bei der schließlich die Besten des deutschen Fernsehens in allen Kategorien ausgezeichnet werden sollen, wurde von Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher lieblos und pointenfrei wegmoderiert und danach von Sat.1 im Programm versenkt. Die Stimmung war auf dem Nullpunkt und es zeigte sich, dass zwischen den Stiftern des Preises – ARD, Pro Sieben Sat.1, RTL und ZDF – die Gemeinsamkeiten aufgebraucht waren.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Show war öde und die Jury konnte tun, was sie wollte – sie machte es nie jemandem recht. Die Privatsender waren sauer, weil neun von zehn Preisen an die Öffentlich-Rechtlichen gingen. Denen wiederum waren die Ansprüche der Privaten zu viel, bei der Preisvergabe die unterhaltenden Programme stärker zu gewichten. Ein paar Wochen nach der letzten Preisverleihung kamen die Emissäre der Sender überein, dass nichts mehr geht. Einmal – 2014 - sollte es den Fernsehpreis noch geben. Und dann? Das ist die große Frage.

          Ein Abend unter sich oder einer fürs Publikum?

          Es soll etwas Neues sein. Produzenten sollen sich mit Konzepten bewerben. Es könnte sein, dass die Preisvergabe aufgeteilt wird – mit einem Abend, an dem die Fernsehmacher unter sich bleiben und haufenweise Preise für die verschiedenen Gewerke verteilt werden, und dann einer anschließenden Gala, in der die publikumsträchtigen Kategorien bedacht werden: beste Schauspieler, beste Regie, bester Film, beste Serie. Würde das dann live übertragen, würden sich die deutschen Sender an den amerikanischen Emmys orientieren und wären ein großes Problem schon einmal los. Wer soll sich schließlich für die Aufzeichnung einer Preisgala interessieren, wenn vorher schon durchgesickert ist, wer die Preise erhält? Da müsste die Show schon richtig gut sein, so gut, wie sie es in den vergangenen fünfzehn Jahren, die es den Preis gibt, nie war. Einer der Höhepunkte war schließlich, dass Marcel Reich-Ranicki, der frühere Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, den Preis 2008 entrüstet zurückwies, nachdem er stundenlang eine eher fade Preis-Aufführung durchlitten hatte.

          Ein paar Preisträger sind schon jetzt benannt worden: Tom Bartels (ARD), Mehmet Scholl (ARD) und Oliver Welke (ZDF) bekommen in der Kategorie Sport einen Preis für ihre Auftritte während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Der langjährige ARD-Korrespondent Gerd Ruge ist Ehrenpreisträger des Deutschen Fernsehpreises. Moderiert wird die Preisshow von Sandra Maischberger, Klaas Heufer-Umlauf und dem Schauspieler Hans Sigl. Man könnte sagen: Sie haben nichts zu verlieren.

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