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Deutscher Fernsehpreis : KZ-Drama ist bester Film

  • Aktualisiert am

Schauspieler Jonas Nay bekommt den Fernsehpreis für seine Hauptrolle in der Serie „Deutschland 83“ Bild: dpa

Der Deutsche Fernsehpreis ist jetzt der „Deutsche Preis“. Meint zumindest Moderatorin Barbara Schöneberger. Denn die traditionelle Auszeichnung ist vom Quotenkiller zum Branchentreffen geworden.

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          Der rote Teppich war da, das gewohnte Blitzlichtgewitter auch, ansonsten war alles anders: Denn abgespeckt, mit weniger Pomp, deutlich weniger Aufwand und gar keinen TV-Zuschauern ist die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises über die Bühne gegangen.

          Gewinner des Abends: das vielfach ausgezeichnete ZDF, die ARD-Literaturverfilmung „Nackt unter Wölfen“ und die Vox-Serie „Der Club der roten Bänder“, die den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus darstellt. „Für uns ist heute Abend ein großer Traum wahr geworden“, sagte „Bänder“-Schauspieler Damian Hardung. Bester Schauspieler wurde Jonas Nay („Deutschland 83“, „Tannbach“), als beste Schauspielerin wurde Ina Weisse geehrt („Ich will Dich“) geehrt.

          Eine zerbrochene Trophäe des Deutschen Fernsehpreises ist am 13.01.2016 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) nach der Preisverleihung zu sehen.
          Eine zerbrochene Trophäe des Deutschen Fernsehpreises ist am 13.01.2016 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) nach der Preisverleihung zu sehen. : Bild: dpa

          Der Deutsche Fernsehpreis 2016 wurde in 20 Werkskategorien verliehen. Hinzu kamen noch ein Förderpreis sowie die Ehrung fürs Lebenswerk. Und dies alles in neuem Format: Denn nach heftiger Kritik an der Vergabepraxis war der Fernsehpreis 2015 gar nicht erst verliehen worden.

          „2015 war ein durchaus besonderes Fernsehjahr - mit einem Schwerpunkt auf den aktuellen politischen Ereignissen, Innovation in den Genres und Bewegung bei den Sendern“, sagte Lutz Carstens, der diesjährige Juryvorsitzender und Chefredakteur des Fernsehmagazins „TV Spielfilm“.

          Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Januar ging es dem Macher des „Neo Magazin Royale“ noch besser.
          Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Januar ging es dem Macher des „Neo Magazin Royale“ noch besser. : Bild: dpa

          Aber auch deutsche TV-Comedy und Unterhaltung war preiswürdig: Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ (Beste Unterhaltung Late Night), „Die Anstalt“ (Beste Comedy/Kabarett) und „Joko und Klaas - Das Duell um die Welt“ (Beste Unterhaltung Primetime) sowie die Moderatorin des Abends, Barbara Schöneberger (Beste Moderation Unterhaltung), gingen mit Preisen nach Hause.

          Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (73), Ehrenpreisträger in diesem Jahr, zeigte sich zwiegespalten über die Auszeichnung für sein Lebenswerk: „Da erschrickt man erstmal. Ich hatte bislang gedacht, ich hätte mich nicht aufs Altenteil gesetzt.“ Eher enttäuschend dagegen das Abschneiden des historischen Sat.1-Krimis „Mordkommission Berlin 1“ mit Friedrich Mücke: nominiert in sechs Kategorien und ausgezeichnet für Ausstattung und Musik.

          Stifter des Deutschen Fernsehpreises sind die Senderchefs der ARD, vom ZDF sowie von RTL und ProSiebenSat.1.

          Barbara Schöneberger: Moderatorin, Preisträgerin und dann singt sie auch noch bei der Verleihung.
          Barbara Schöneberger: Moderatorin, Preisträgerin und dann singt sie auch noch bei der Verleihung. : Bild: dpa

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