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Deutsche Welle : Nicht abschalten!

  • Aktualisiert am

Zwischen Expansion und Kürzung: die Deutsche Welle Bild: Picture-Alliance

Bei der Deutschen Welle gibt es lautstarke Proteste gegen Programmstreichungen. Die soll es geben, wenn der Etat für das nächste Jahr nicht aufgestockt wird.

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          Bei der Deutschen Welle ist Feuer unterm Dach. Der Personalrat am Standort Berlin des Senders ruft zu einem Protest unter dem Motto „Wir lassen uns nicht abschalten“ auf. Mit „Abschalten“ ist ein Szenario gemeint, das der Intendant der Deutsche Welle, Peter Limbourg, kürzlich auf einer Mitarbeiterversammlung ausgemalt hat. Bekomme der Sender nicht dauerhaft mehr Finanzmittel als jetzt, sagte Limbourg, könne es sein, dass das Fernsehangebot in deutsche, spanischer und arabischer Sprache eingestellt werden müsse. Zugleich hatte Limbourg für den 27. April 2015 den Start des englischsprachigen Programms „DW News“ angekündigt. Die Mitarbeiter fürchten einen radikalen Programm-Abbau.

          Beim Sender wurden die Angaben auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt: Erhalte die Deutsche Welle nicht auf Dauer mehr Geld, müsse man Programme streichen. Der feste Etat des Senders liegt zurzeit bei 272 Millionen Euro, er wächst 2016 und 2017 auf 274 Millionen Euro. Durch besondere Projektmittel kommt die Deutsche Welle im nächsten Jahr allerdings auf Einnahmen von 293 Millionen, danach auf 280 Millionen Euro. Doch sei das an Projekte gebunden und umfasse Mietkosten, welche der Sender sogleich an andere Bundeseinrichtungen weitergebe. So erscheine die Deutsche Welle momentan reicher, als sie sei.

          Eine Fehde am Rande hat sich zwischen dem Deutsche-Welle-Intendanten Limbourg und „Reporter ohne Grenzen“ ereignet. Limbourg ist aus dem Kuratorium der Organisation ausgetreten. Angesichts der Kritik an der China-Politik des Senders könne die Zusammenarbeit nicht wie bislang fortgeführt werden, teilte er mit. „Reporter ohne Grenzen“ verwies hingegen darauf, der Intendant sei damit der zweifachen Aufforderung gefolgt zu gehen. Die Organisation hatte die Kooperationen der Deutschen Welle mit dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV wiederholt massiv kritisiert.

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