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Deutsche Welle in der Kritik : Chinesische Rochade

  • Aktualisiert am

DW-Intendant Peter Limbourg muss seine Kooperationsvereinbarung verteidigen Bild: Picture-Alliance

Die vereinbarte Kooperation zwischen der Deutschen Welle und dem chinesischen Staatsfernsehen löst Protest aus. „Reporter ohne Grenzen“ verurteilt die Vereinbarung aufs Schärfste.

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          Die Debatte über die Kooperation der Deutschen Welle mit dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV (China Central Television) nimmt Fahrt auf. Man verurteile die Kooperation „aufs Schärfste,“ sagte jetzt der Geschäftsführer der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, Christian Mihr. Die Vereinbarung stehe „nicht im Einklang mit dem Programmauftrag“ der Welle, CCTV sei „Teil des staatlichen Repressionsapparats gegen chinesische Journalisten.“ Die Kooperation zähle zu den „bedenklich erscheinenden Entscheidungen im chinesischen Programm“ der Deutschen Welle.

          An diesem üben nicht nur Exil-Chinesen wegen vermeintlich zu großen Verständnisses für die Politik der chinesischen Regierung Kritik. Die Bloggerin Su Yutong hatte die Deutsche Welle entlassen, weil sie Interna offengelegt habe – sie hatte sich auf Twitter massiv gegen den Kommentar eines Deutsche-Welle-Mitarbeiters zum Tiananmen-Massaker vom Juni 1989 gewendet. Peter Limbourg, der Intendant der Deutschen Welle, hatte Anfang September bekanntgegeben, dass man Koproduktionen mit CCTV „im Bereich Musik und Wirtschaft“ prüfe.

          Der staatliche Kultursender SHTV kaufe mehr als hundert Stunden Programm der Deutschen Welle, von einem Kulturmagazin und einem Lifestyle-Magazin werde es eine chinesische Version geben. Der Intendant Peter Limbourg beantwortete die Kritik von „Reporter ohne Grenzen“ mit dem Hinweis, die Kooperation sei als Beitrag zu einem „Dialog“ zu verstehen. Die Deutsche Welle bleibe Plattform für diejenigen, „die in China keine Stimme haben“.

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