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Sparkurs beim „Spiegel“ : Jeder Fünfte muss gehen

Schwere Zeiten: Das Gebäude des „Spiegel“-Verlags an der Ericusspitze in Hamburg. Bild: Henning Bode

Das Programm heißt „Agenda 2018“ und soll die Zukunft sichern: Die Gesellschafter des „Spiegel“ haben ein drastisches Sparprogramm beschlossen. Insgesamt fallen 149 von 727 Stellen weg.

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          Die Gesellschafter des „Spiegel“-Verlags haben unter dem Stichwort „Agenda 2018“ ein drastisches Sparprogramm verabschiedet. Rund 150 von 727 Stellen fallen weg, bis Ende 2017 sollen die Kosten um rund sechzehn Millionen Euro gesenkt werden, zudem sollen auf Dauer fünfzehn Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Redaktion soll mit 6,4 Millionen (35 Stellen), der Verlag mit 8,2 Millionen (hundert Stellen) und die Dokumentationsabteilung mit 1,5 Millionen Euro (vierzehn Stellen) zur Kostensenkung beitragen. Der Umsatz der „Spiegel“-Gruppe betrug im Jahr 2014 284,9 Millionen Euro, ein Gewinn von 25 Millionen Euro nach Steuern schlug zu Buche, doch reicht das nicht aus, um geplante Investitionen zu stemmen. Der Stellenabbau ist für den „Spiegel“ ein in seiner Geschichte einmaliger Schritt.

          „Es sind harte und schmerzliche Einschnitte, die wir vor uns haben“, sagte Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass. Er bedauere sehr, dass man sich von Kollegen trennen müsse. „Aber es gibt leider keine Alternative zu diesem Abbau von Stellen, wenn wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Unternehmens sichern wollen.“ Man werde den Personalabbau möglichst fair und angemessen gestalten und setze dabei vor allem auf freiwillige Beendigungen der Arbeitsverhältnisse.

          Davor, dass eine Sparrunde wie diese drohe, hatte schon Ove Saffe gewarnt, der Vorgänger von Hass, auch davor, dass man durch die schleppende Verzahnung der Redaktion des Magazins und von „Spiegel Online“ Zeit verliere. Der Streit darum hatte zur Demission des Chefredakteurs Wolfgang Büchner und zu einer Kontroverse unter den Gesellschaftern geführt. Beteiligt am „Spiegel“ sind die Erben des Gründers Rudolf Augstein mit 24, Gruner + Jahr mit 25,5 und die Mitarbeiter KG mit 50,5 Prozent.

          Der „Spiegel“, dessen jetzige Führungsriege mit Klaus Brinkbäumer im Magazin und Florian Harms als Onlinechef eine enge Kooperation pflegt, will jedoch nicht nur sparen. Elf neue Projekte sollen umgesetzt werden. Das Magazin testet in Nordrhein-Westfalen, wie ein Regionalteil ankommt, es gibt ein tägliches, kuratiertes Online-Angebot und – das ist für „Spiegel Online“ ein großer Schritt – von Mitte 2016 an das Bezahlangebot „Spiegel Online International“.

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