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Fall Relotius : „Spiegel“ löscht ersten Artikel

  • Aktualisiert am

Internationale Wiedergutmachung: Hamburg entschuldigt sich bei Fergus Falls. Bild: Picture-Alliance

Eine Reportage über die amerikanische Kleinstadt Fergus Falls von Claas Relotius, die zum großen Teil erfunden war, ist auf der Nachrichtenseite nicht mehr abrufbar. Dafür findet sich nun ein neuer Text, eine Entschuldigung an die Bürger.

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          Der Artikel „In einer kleinen Stadt“ von Claas Relotius ist nach einer Meldung der Tageszeitung „Die Welt“ nicht mehr auf der „Spiegel“-Homepage abrufbar. Die Reportage über die amerikanische Kleinstadt Fergus Falls nach dem Wahlsieg von Donald Trump enthielt zahlreiche Fehler, die zwei Bürger der Stadt in einem Blogbeitrag aufgearbeitet hatten. Stattdessen kann man nun die Reportage „In einer fantastischen Stadt“ von Christoph Scheuermann lesen, der den Ort nach Bekanntgabe der Fälschungen noch einmal besucht hat.

          Die Redaktion merkt in einer Fußnote an, sie werde die Artikel von Relotius unverändert lassen, in diesem Fall habe man sich jedoch anders entschieden: „Den Text "In einer kleinen Stadt" über Fergus Falls wird der SPIEGEL nun sperren, auch weil die Bewohner der Stadt darum gebeten hätten, heißt es.

          Der deutsche Publizist Jakob Augstein, Erbe des „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein, meldete sich derweil in einem Interview mit der „Bild“ zu Wort. „Der Fall Relotius ist keine Krise des ,Spiegels‘, sondern die Krise einer bestimmten Art von Journalismus“, sagte Augstein. Es seien schwere Fehler gemacht worden. Rudolf Augstein „hätte das getan, was die jetzige Führung tut: sich entschuldigen, personell aufräumen, nach vorne sehen“.

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