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Sky-Chef Brian Sullivan : Wissen Sie, wie viele Fernsehserien in Amerika floppen?

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Würde er nochmal anfangen, sagt Brian Sullivan, fände er einen Job als Journalist oder Lehrer auch interessant. Dabei würde mancher mit dem Chef von Sky wohl gerne tauschen. Bild: Hans-Bernhard Huber/laif

Der Bezahlsender Sky macht erstmals Gewinn und hat fast vier Millionen Abonnenten. Geht das so weiter, oder rollt die Konkurrenz aus dem Internet den Markt auf? Ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Brian Sullivan.

          Sie haben letzte Woche eine Veranstaltung gehabt, die hieß „Generation Sky“. Klingt anspruchsvoll oder auch etwas vollmundig. Was soll es uns sagen?

          Wir haben das lange diskutiert. Vor vier Jahren haben wir eine Strategie entworfen, wie Sky zu dem Fernsehangebot wird, das Deutschland braucht. Die letzten Puzzlestücke werden wir in wenigen Wochen beisammenhaben. Wir haben das hochauflösende HD-Fernsehen, wir haben mit Sky Go unser Programm für unterwegs, den Festplattenreceiver Sky Plus, den On-Demand-Service Sky Anytime, die Online-Videothek Snap, und in ein paar Tagen bringen wir Sky Go auf Android. Das ist das eine. Das Zweite ist, dass wir es unseren Kunden leichtmachen wollen, die Angebote von Sky zu bestellen. Das jüngste Projekt ist Sky Online. Damit bieten wir das meiste, das wir im Fernsehen haben, auch online an, es ist etwas anders verpackt und sehr flexibel. Das ist unser Angebot für eine mobile Generation. Deshalb auch der Name - es findet alles zusammen: Mit „Generation Sky“ meinen wir nicht eine bestimmte Gruppe, sondern jeden, der Fernsehen nach seinem Geschmack zu jeder Zeit auf allen Wegen zur Verfügung haben möchte.

          Alles oder fast alles online anzubieten - widerspricht das nicht dem Gedanken und dem Geschäftsmodell von Pay TV, wo es darauf ankommt, umfangreiche Programmpakete zu verkaufen?

          Die beste Fernseherfahrung bringt noch immer das gesamte Angebot auf dem großen Bildschirm. Sky Online dagegen ist praktisch, schnell und flexibel. Es geht auch nicht darum, etwas billiger zu machen. Sie bekommen bei uns das beste Programm. Aber es gibt eine große Zahl von Menschen, die sich nicht mit langfristigen Verträgen binden wollen. Dem tragen wir Rechnung.

          Worin besteht dann der Unterschied zwischen Ihrem Angebot und dem von Online-Diensten wie Maxdome, Watchever oder Netflix? Ich nehme an, es sind die Inhalte - Serien, Blockbuster, Sport.

          Damit haben Sie Ihre Frage selbst beantwortet.

          Na ja. Sie haben die international bejubelte Serie „House of Cards“. Produziert hat die Netflix, und die sind jetzt in Europa selbst am Start. Als Zuschauer und potentieller Abonnent habe ich den Eindruck: Da läuft überall dasselbe.

          Das ist eine unserer großen Herausforderungen - herauszustellen, wodurch wir besser sind. Es gibt übrigens nicht nur Netflix, es sind in Deutschland mehr als sechzig derartige Dienste auf dem Markt. Dazu zähle ich auch Sky Go, das mehr Abonnenten hat als alle Konkurrenten zusammen. Wir haben alle Kinofilme mindestens zwölf Monate vor allen anderen. Wir haben alle großen Serien, auch ein Jahr vor den anderen. Und natürlich den Live-Sport.

          Welcher Wettbewerb ist entscheidend - der zwischen Pay TV und den Online-Diensten oder zwischen Bezahlfernsehen, werbefinanziertem privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk?

          Unsere größte Aufgabe ergibt sich aus der Geschichte: Es gab in Deutschland lange kein gutes Pay TV zu einem guten Preis. Wir haben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die werbefinanzierten Privatsender lange nicht richtig genug herausgefordert. Wir müssen zwar nicht von jetzt auf gleich alle 37 Millionen Haushalte, die Sky noch nicht haben, für uns gewinnen. Unsere Zielsetzung ist es, in diesem Geschäftsjahr um 400.000 bis 450.000 Kunden zu wachsen. Für uns kommt hinzu, dass es in einem deutschsprachigen Markt eine Herausforderung darstellt, in große Serien zu investieren.

          Auf dem englischsprachigen Markt kann man, wie HBO, große Fernsehfilme und Serien produzieren, die sich in der ganzen Welt verkaufen. Wenn man Filme und Serien in deutscher Sprache produzieren will, muss man diese Investitionen vor allem aus Einnahmen aus dem heimischen Markt refinanzieren. Wenn wir auf dem gleichen Level wie HBO produzieren wollen, brauchen wir starke Partner. Genau dies setzen wir nun mit der ARD, Beta und X-Filme um, mit denen wir die Serie „Babylon Berlin“ auf die Beine stellen. Dahinter steckt dasselbe Investment und dieselbe kreative Anstrengung wie hinter - sagen wir mal - „Game of Thrones“. Jetzt muss es nur noch so erfolgreich werden. Wenn uns das gelingt, haben wir dem deutschen Fernsehen insgesamt einen Schub gegeben. Und wenn weitere Projekte dieser Qualitätsklasse am Horizont erscheinen, werden wir sie in Betracht ziehen. Es kommt darauf an, die richtigen Stoffe zu finden. Wir sollten nicht vergessen: Im Augenblick gibt es international mehr herausragendes Fernsehen als jemals zuvor.

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