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Reporter Billy Six in Haft : „Sie wollen ihn mundtot machen“

  • -Aktualisiert am

Der Journalist Billy Six nimmt 2013 an einer Pressekonferenz in Berlin teil. Bild: dpa

In Venezuela sitzt ein deutscher Journalist in Haft. Reporter ohne Grenzen fordert die Freilassung von Billy Six, Deniz Yücel solidarisiert sich.

          Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Pressefreiheit in einer Rede vor bald zwanzig Jahren als Grundstein der Menschenrechte gewürdigt. Sie gelte auch, meinte Annan hoffnungsvoll, als Warnung an die Regierungen dieser Welt, dass die Straflosigkeit ihrer Verfehlungen nur eine Illusion sei. Doch diese Hoffnung ist trügerisch. Nach einer Zählung von „Reporter ohne Grenzen“ befinden sich zurzeit weltweit 335 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit in Haft. Seit fast zwei Monaten zählt auch der deutsche Journalist Billy Six zu den Inhaftierten. Er sitzt in einem venezolanischen Militärgefängnis in Einzelhaft. Ihm wird Spionage, Rebellion und die Verletzung von Sicherheitszonen vorgeworfen.

          Der 32 Jahre alte Reporter berichtete für die rechtskonservativen Medien „Junge Freiheit“ und „Deutschland Magazin“ über die Folgen der Wirtschaftskrise in Venezuela. Das „Deutschland Magazin“, das vom Verein „Die deutschen Konservativen e.V“ herausgegeben wird, hatte dem freien Journalisten im vergangenen Jahr dafür den Auftrag erteilt. Six sollte in das Land reisen, um über den Verfall des sozialistischen Systems zu schreiben. Die Initiative für die Recherche sei von Six ausgegangen, teilte die Zeitschrift auf Anfrage mit.

          Beim Fotografieren Sicherheitszonen verletzt?

          Wie die Menschenrechtsorganisation Espacio Público berichtet, wurde Six am 17. November 2018 in einem Hotel im nordwestlichen Bundesstaat Falcón vom venezolanischen Geheimdienst Sebin festgenommen und in das Gefängnis „El Helicoide“ in Caracas gebracht. Nach Angaben von Human Rights Watch und Amnesty International werden dort politische Gefangene festgehalten, unter Bedingungen, die gegen internationales Recht verstoßen.

          Im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet Edward Six, dass seinem Sohn nur minimaler Kontakt mit der Außenwelt gewährt werde. Die Beschuldigungen gegen seinen Sohn, schrieb Edward Six auf Facebook, seien haltlos: Der Vorwurf der Rebellion gehe auf ein Treffen zwischen Billy und der Guerrillabewegung Farc zurück, das „im Rahmen einer Reportage“ stattgefunden habe. Die Anschuldigung, dass der Journalist ein Spion sei, stütze sich auf Fotos, die er 2017 und 2018 während einer öffentlichen Militärparade zum Nationalfeiertag in Fuerta Tiuna angefertigt habe. Dort hätten auch viele andere fotografiert. Der Vorwurf, Six habe „Sicherheitszonen“ verletzt, beziehe sich ebenfalls auf ein Foto. Er soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro während der Präsidentschaftswahl im Mai 2018 abgelichtet und sich dabei in einem abgesperrten Sicherheitsbereich befunden haben. Dies jedoch bestreitet Billy Six, wie sein Vater mitteilt. Bei der Aufnahme habe sein Sohn einen Sicherheitszaun lediglich als Auflage für die Kamera benutzt.

          Dengue-Fieber und keine Medikamente

          Edward Six hält die Anschuldigungen für konstruiert, es seien allenfalls Verdachtsmomente, verbunden mit falschen Schlussfolgerungen: „Für uns ist daher der reale Grund, dass Billy mundtot gemacht werden soll. Man möchte nicht, dass er über die katastrophale Lage im Land berichtet. Aber auf diese Weise lässt sich die Lage dort auch nicht verbessern.“

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