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Marcel Proust als Comic : Augenblicke mit Proust

Als könnte das Fin de Siècle niemals enden: Die Pariser Hautevolee gibt sich bei einem Monarchenempfang die Ehre. Bild: Stéphane Heuet/Delcourt Verlag

Stéphane Heuet hat sein ganzes Schaffen einem Ziel verschrieben: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ als Comic zu adaptieren. Jetzt ist er mitten im Endspurt.

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          Halbzeit? So könnte man diesen Januartag nennen, dessen Datum genau zwischen den Erscheinungsterminen von zwei Comic-Bänden liegt, die lange und sehnlich erwartet worden sind. Der erste kam im September heraus, der zweite wird im Mai folgen. Und Stéphane Heuet steckt mittendrin. Doch der französische Zeichner kann nur darüber lachen, wenn man von Halbzeit spricht. Er sieht sich im Endspurt. Wenn er tatsächlich im Mai den Folgeband herausbringen wird, kommen damit nicht nur acht Monate, sondern mehr als zwanzig Jahre Arbeit zum Abschluss. 1998 hat er seinen ersten Comic publiziert und seitdem sein ganzes Schaffen einem einzigen Ziel verschrieben: das bedeutendste Werk der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts, einen der berühmtesten Romane der Welt, als Comic zu adaptieren. Die Rede ist von Marcel Prousts „À la recherche du temps perdu“ (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit).

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Als Heuet, damals noch Werbegrafiker, sich Mitte der Neunziger entschloss, dieses Werk in Bilder zu setzen, geschah das wegen der Vermutung, dass ihm genau solch ein Comic gefehlt habe, als er sich als junger Marinesoldat auf langweiliger Fahrt erstmals an Prousts siebenbändigen Romanzyklus heranwagte – und scheiterte. Als der 1957 geborene Bretone die Lektüre fast zwanzig Jahre später noch einmal anging, war er begeistert und bedauerte, dass ihm zuvor ein leicht fassbarer Zugang zur Welt dieses Werks gefehlt hatte. Da er Comics liebt, vor allem „Tim und Struppi“ von Hergé, konnte er sich so etwas als Hilfestellung für angehende Proust-Leser vorstellen. Er versuchte sich selbst daran und fand nach Fertigstellung einen mutigen Verleger.

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