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Krimi-Serie für Amazon : Der Pilot fliegt nach Datenlage

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Erst waren die User am Zug, jetzt ist er es: Titus Welliver spielt den Polizisten Harry Bosch für Amazon, einen Mann unter Mordverdacht Bild: Amazon Studios

Ein Polizist unter Mordverdacht in Los Angeles: Darum geht es in der neuen Krimiserie „Bosch“. Eine ProSieben-Tochter produziert sie gerade - ausgerechnet für Amazon. Warum eigentlich? Ein Gespräch mit dem Produzenten Jan Frouman.

          Sie produzieren eine Fernsehserie für Amazon. Um was für ein Stück handelt es sich dabei?

          Es ist eine Krimiserie namens „Bosch“, die auf den Romanen von Michael Connelly basiert. Im Mittelpunkt steht der Polizist Harry Bosch, der in Los Angeles lebt und arbeitet und ziemlich unter Druck ist, weil er selbst wegen Mordes vor Gericht steht. Die Stadt Los Angeles spielt in der Geschichte eine Hauptrolle. Deshalb wird die Serie selbstverständlich auch dort gedreht, Hauptdarsteller ist der Amerikaner Titus Welliver. Bosch ist Kult: Michael Connelly hat bisher rund zwanzig „Harry Bosch“-Bücher geschrieben und etwa 60 Millionen Exemplare verkauft. Fast jedes Jahr gibt es ein neues Buch. Wir stützen uns bei der Verfilmung vor allem auf zwei seiner Bestseller: „The Concrete Blonde“ und „City of Bones“. Nach dem Piloten produzieren wir für die erste Staffel nun mindestens zehn Folgen. Im Sommer beginnen wir mit den Dreharbeiten, Anfang des nächsten Jahres laufen die ersten Episoden von „Bosch“ dann auf Amazon.

          Wie sind Sie an die Rechte gekommen?

          Die Rechte lagen sehr lange bei Paramount, ohne dass ein Film entstand. Michael Connelly hat die Lizenz nun zurückgekauft, und wir bei Red Arrow Entertainment haben sie optioniert. Gemeinsam haben wir dann die Serie entwickelt, uns überlegt, welche Bücher wir für die erste Staffel nutzen wollen – und einen Partner gesucht.

          Das klingt nach dem üblichen Verfahren. Warum sind Sie an Amazon geraten? Ihre Firma, Red Arrow, gehört zu Pro Sieben Sat.1, da sollte man denken: Die müssten zuerst bei einem Sender nachfragen.

          Wir wussten, dass wir die Serie in den Vereinigte Staaten mit amerikanischen Schauspielern und in englischer Sprache produzieren wollen. Also haben wir auch in Amerika nach einem Sender gesucht. Ob CBS, NBC, HBO, Netflix oder Amazon – das sind alles Partner, mit denen wir als Produzenten gerne zusammenarbeiten. Amazon hatte schon einige Sitcoms im Programm und wollte nun auch in Dramen investieren – also standen sie ebenfalls auf unserer Liste möglicher Interessenten. Generell stellen wir uns bei jedem Projekt die Frage, welcher Partner am besten dazu passt, egal, ob der Sender zu Pro Sieben Sat.1 gehört oder nicht. In diesem Fall lag unser Schwerpunkt in den Vereinigten Staaten, deshalb war diese Wahl am sinnvollsten.

          Produzent Jan Frouman Bilderstrecke

          Aber ausgerechnet Amazon?

          Natürlich! Amazon passt deshalb sehr gut, weil das Unternehmen so stark im Buchgeschäft ist. Wenn Michael Connelly einen neuen Roman auf den Markt bringt, verkauft er die Auflage zu sechzig Prozent über E-Books, und den Großteil davon über Amazon. Seine Fans sind dort also zu Hause. Deshalb war Amazon sofort von dem Projekt begeistert. Wir haben auch im Marketing für den Piloten stark mit Amazon und Michael Connelly zusammengearbeitet. Generell ist es für uns als Produzenten ein toller Trend, wenn Online-Portale wie Amazon eigene Serien starten und wir so den Kreis potentieller Kunden stark vergrößern können. Das ist eine Partnerschaft, die für alle Beteiligten ein Gewinn ist.

          Macht es für Sie in der konkreten Arbeit einen Unterschied, ob Sie es mit Amazon, einem Videodienst wie Netflix oder Hulu oder einem klassischen Sender zu tun haben?

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