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„Jewish Chronicle“ bleibt : Letzte Rettung

  • -Aktualisiert am

Mit dieser Ausgabe sorgte der „Jewish Chronicle“ für besonderes Aufsehen: eine Warnung vor dem Labourchef Jeremy Corbyn. Bild: JC/Verlag

Der „Jewish Chronicle“ ist die älteste jüdische Zeitung der Welt. Vor ein paar Tagen schien er am Ende. Doch jetzt hat sich ein Konsortium gefunden, das die Zeitung weiterführt.

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          Die 179 Jahre alte britische Wochenzeitung, „The Jewish Chronicle“ ist durch ein Konsortium vor der Liquidation bewahrt worden. Eine Gruppe von Geldgebern unter dem Vorsitz von Sir Robbie Gibbs, einem ehemaligen BBC-Journalisten und Kommunikationsdirektor von Downing Street unter Theresa May, hat die Zeitung erworben mit dem Ziel, die langfristige Stabilität und Unabhängigkeit durch die Einrichtung einer gemeinnützigen Stiftung zu gewährleisten, wie es in einer Verlautbarung des Chefredakteurs Stephen Pollard hieß.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Die Finanzen der ältesten kontinuierlich erscheinenden jüdischen Zeitung der Welt, deren Einfluss weit über die jüdische Gemeinde in Großbritannien hinausreicht, waren schon lange prekär. Im vergangenen Jahr hatte die Zeitung eine Geldspritze erhalten. Am Vorabend des Pessach-Festes kam jedoch die Mitteilung, dass die durch die Corona-Krise verursachten Einbrüche nicht mehr auszugleichen seien (F.A.Z. vom 11. April). Die Kessler Foundation, der die Zeitung gehörte, verkündete die freiwillige Liquidation. Sie strebte offenbar an, die von ihren Schulden befreite Zeitung zurückzuerwerben und mit der konkurrierenden, linksgerichteten Online-Zeitung „Jewish News“ zu fusionieren. Politisch stehen die beiden Titel jedoch nicht auf derselben Linie, weshalb Pollard, der seit elf Jahren Chefredakteur war, auch nicht im Amt geblieben wäre.

          Die Pläne der Kessler-Stiftung sind jetzt durch eine höheres Angebot des neuen Konsortiums vereitelt worden, dem neben William Shawcross, dem Murdoch-Biographen und Sohn des britischen Hauptanklägers in Nürnberg, auch der Journalist John Ware angehört, der unlängst eine BBC-Sendung über den Antisemitismus-Streit in der Labour Party gedreht hatte. Stephen Pollard beleibt unter den neuen Eigentümern Chefredakteur.

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