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Der Fall Adnan Syed : Schlägt ein Podcast Amerikas Justiz?

  • -Aktualisiert am

Adnan Syed nach seiner Freilassung am vergangenen Montag. Bild: Laif

Adnan Syed wurde vor 22 Jahren wegen Mordes an seiner Ex-Freundin zu lebenslang verurteilt. Nun ist er frei. Der Podcast „Serial“ hatte den Fall zu „True Crime“ gemacht. Kam Syed deshalb aus der Haft?

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          Nach der überraschenden Freilassung des wegen Mordes verurteilten Adnan Syed aus dem Gefängnis in Baltimore vergingen keine 24 Stunden, bis eine neue Episode auf dem berühmten Podcast „Serial“ von 2014 auftauchte: „Adnan is out“, Adnan ist raus, so der Titel von „Folge 13“. „Adnans Fall war ein Schlamassel, ist ein Schlamassel“, sagt die Macherin Sarah Koenig da.

          „Serial“ hatte vor acht Jahren Aufsehen erregt, als die Journalistin Koenig den Fall des jungen Adnan Syed aus Baltimore in Maryland als True-Crime-Geschichte über zwölf Episoden aufrollte. Syed war 2000 zu lebenslanger Haft wegen des Mordes an seiner Klassenkameradin und Ex-Freundin Hae-Min Lee verurteilt worden. Die Leiche der jungen Frau war im Februar 1999 in einem Park in Baltimore gefunden worden. Nun bekannte die Staatsanwaltschaft von Baltimore, die damals die Anklage geführt hatte, sie habe „kein Vertrauen in die Integrität des Schuldspruchs“ mehr und wolle Syed deshalb nicht länger festhalten. Man habe sich auf Beweismaterial gestützt, auf das man sich nicht hätte verlassen sollen. In den kommenden 30 Tagen ist nun zu entscheiden, ob es zu einem neuen Prozess gegen Syed, damals 17 und heute 41, kommt oder der Fall ganz fallengelassen wird.

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