https://www.faz.net/-gqz-7rrt8

ARD stellt „Verbotene Liebe“ ein : Der endliche Reiz des Tabus

  • Aktualisiert am

Letzte Heirat auf Königsbrunn: Szene aus der Adels-Soap „Verbotene Liebe“ Bild: dpa

Eine kleine Fernsehepoche geht zu Ende: Nach zwanzig Jahren beendet die ARD seine Seifenoper „Verbotene Liebe“, das ewige Liebesdrama in Adelskreisen. Zuletzt wollten es nur noch wenige sehen.

          1 Min.

          Die ARD beendet nach bald zwanzig Jahren und mehr als 4500 Folgen seinen Vorabend-Serienklassiker „Verbotene Liebe“. Die letzte Folge soll voraussichtlich Anfang 2015 ausgestrahlt werden - pünktlich zum zwanzigjährigen Bestehen. Die Nachfolge auf dem werktäglichen Sendeplatz um 18 Uhr soll Jörg Pilawas „Quizduell“ antreten.

          „Irgendwann sind alle Schattierungen des Verbotenen und Glamourösen erzählt“, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres.
          Die Schauspieler seien am Vorabend, kurz vor einer dreiwöchigen Sommerpause des Teams, über das Ende der Kultserie informiert worden, sagte eine Sprecherin der Produktionsfirma Ufa Serial Drama. Der Geschäftsführer Rainer Wemcken zeigte sich von der Entscheidung der ARD betroffen. „Ich bedauere diese Entscheidung sehr, insbesondere, weil es sich bei der Serie um eine starke Marke mit einer großen Fangemeinde handelt, die auch im Internet sehr beliebt ist und hohe Abrufzahlen erzielt.“

          Die Soap, die zuletzt unter Quotenschwund litt, hatte bereits im Frühjahr für drei Wochen pausiert, als Pilawa mit seiner Show experimentierte, kehrte aber Anfang Juni ins Programm zurück. In der Branche kursierten seit längerem Gerüchte, dass die ARD möglicherweise die seit 1995 laufende Serie beendet, weil die Quoten ständig zurückgehen. Im laufenden Jahr schalteten nach ARD-Angaben im Schnitt 1,22 Millionen Zuschauer die „Verbotene Liebe“ ein - Marktanteil: 6,8 Prozent.Fans hatten sich zuletzt unter anderem darüber beschwert, dass ihre Lieblingssendung nie pünktlich anfing.

          Am 2. Januar 1995 war die Sendung erstmals ausgestrahlt worden, damals standen die Zwillinge Jan (Andreas Brucker) und Julia (Valerie Niehaus) im Mittelpunkt, die sich unwissend ineinander verliebten und damit eine Serie diverser Dramen heraufbeschworen. Der Erfolg der Anfangszeit war zuletzt in weite Ferne gerückt. Auch eine Reaktivierung von Jan und Julia mit anderen Darstellern und einem neuen Drehort auf Mallorca in den Jahren 2011 und 2012 brachte nicht die Wende. Jetzt folgt die „Verbotene Liebe“ dem „Marienhof“. Die beiden Sendungen prägten den ARD-Vorabend jahrzehntelang, „Marienhof“ war schon vor drei Jahren abgesetzt worden.

          Wemcken sagte, seine Firma wolle der ARD Angebote unterbreiten, wie die Serie „zu einem späteren Zeitpunkt - gegebenenfalls mit anderen Produktions- oder Ausstrahlungsmodellen“ weitergeführt werden könne. „Ich hoffe deshalb sehr, dass wir „Verbotene Liebe“ fortsetzen können.“

          Weitere Themen

          Blumenkranz des Widerstands

          Karriere eines Volksliedes : Blumenkranz des Widerstands

          Die Frauen in Belarus singen bei ihren Protesten oft das Volkslied „Kupalinka“. Bei einem Solidaritätskonzert in Warschau spielte das Lutoslawski Quartett die Weise nun neben Werken von Dmitri Schostakowitsch und George Crumb.

          Du bist die Beste, Ollarikchen

          Lausemädchen-Podcast : Du bist die Beste, Ollarikchen

          Erinnerungen eines Lausemädchens: Was die Enkeltochter eines Bäckermeisters Anfang der fünfziger Jahre erlebte und was ihre Familie mit ihr, erweckt Katharina Thalbach in einem Podcast zum Leben.

          Topmeldungen

          Regierender Bürgermeister von Berlin: Michael Müller (SPD)

          Infektionsgeschehen in Berlin : Schluss mit Party?

          In Berlin steigen die Corona-Zahlen über den kritischen Wert von 50 Fällen je 100.000 Einwohner. Die Politik plant Einschränkungen. Kommt jetzt ein Alkoholverbot?
          „Das war in höchstem Maß frauenverachtend gegenüber meiner Kollegin und mit den Idealen der Stiftung absolut unvereinbar“: CSU-Staatsministerin Dorothee Bär über den Beitrag in „Tichys Einblick“

          Dorothee Bär über Sexismus : „Bei Tichy hat der verbale Ausfall System“

          Wegen Sexismus im Blatt des Stiftungsvorsitzenden Roland Tichy hat sich CSU-Staatsministerin Dorothee Bär aus der Ludwig-Ehrhard-Stiftung zurückgezogen. Ein Interview über alltägliche Frauenverachtung – und ihre Erwartungen an die Männer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.