Fernsehfilm „Operation Zucker“ : Was Kinderschänder anrichten
Dieser Film beginnt mit Bildern wie aus einem Albtraum. Ein Junge wird im Wald aus dem Auto geworfen, halb bewusstlos erbricht er sich, schafft es, sich aufzurichten, versucht davonzurennen. Am Seil, das um seinen Knöchel gebunden ist, wird er wieder eingefangen. Es ist ein sadistisches Spiel. Der Jäger lässt sein Opfer kurz im Glauben, es könne entkommen, dann weidet er sich an seiner Todesangst. „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“ zeigt den Täter in diesem Moment nicht, nur den an Leib und Leben bedrohten Jungen. Der Kamerablick ist der Blick des Täters. Von Beginn an lässt der Film keine Chance zur Distanzierung. Ausschalten wäre die einzige Option. Sie entspräche dem, was in Deutschland in Bezug auf Kinderhandel und Kinderprostitution geschieht: dem strukturellen Wegschauen.
