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Dating-App : Tinder ist das Flirt-Mekka für Verheiratete

Passt! Aber das heißt noch gar nichts. Bild: Tinder

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Bess‘res findet: 42 Prozent der Tinder-Nutzer sind keine Singles. Das Unternehmen hat dafür eine interessante Erklärung.

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          Die Guten sind alle verheiratet, aber die Schlechten auch: Wie Recherchen der Firma Global Web Index ergaben, tragen 30 Prozent der flirtenden Schar auf Tinder bereits einen Ring am Finger. Und da sind die fest Liierten noch nicht mitgerechnet: Zwölf Prozent sind in festen Händen, wollen aber nur noch mal gucken, ob sie dort zufällig auf Bekannte treffen. Oder was sie ihren Partnern eben so sagen, wenn sie dabei erwischt werden.

          Julia Bähr
          Audience Managerin bei FAZ.NET.

          Dabei sollte doch Tinder genau wie all die anderen Dating-Seiten im Internet eines gegenüber dem analogen Leben entscheidend erleichtern: Die Singles zu identifizieren. Nie wieder eine Frau nach ihrer Nummer fragen, deren Mann in diesem Moment mit dem Kind auf den Schultern neben ihr auftaucht. Nie wieder auf jemandes Ringfinger schielen. Nie wieder von einem Mann hören, das sei ja wirklich eine nette Bekanntschaft gewesen, aber seine Freundin warte schon daheim. Diese Hoffnung hat bereits zehn Millionen Nutzer angelockt. 62 Prozent von ihnen sind männlich.

          Die vermeintliche Single-Garantie verknüpfte Tinder als App mit einem lustigen Hin- und Hergewische: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Nirwana. Die Entscheidung wird meist ausschließlich über das Profilfoto getroffen – darüber hinaus gibt es nur einen dürren Satz zur Selbstbeschreibung. Selten geht er über ein Zitat von Iggy Pop oder Antoine de Saint-Exupéry hinaus, einigermaßen aussagekräftig ist also wirklich nur das Foto. Für manche ist das, als brächten sie ihr Ego zum Polsterer: Ha, fünf Frauen gefalle ich! Daraus entwickelt sich nicht zwangsläufig überhaupt ein Kontakt. Einige der Tinder-Nieten sind also nicht nur verheiratet, sondern auch noch uninteressiert. Eine Kombination, die sich in Bars meist schneller offenbart als in der App.

          Mit etwas Glück ist der Hund noch Single: Profilfoto bei Tinder
          Mit etwas Glück ist der Hund noch Single: Profilfoto bei Tinder : Bild: Tinder

          Tinder hat für den hohen Prozentsatz der verheirateten Kandidaten übrigens eine ganz eigene Erklärung: Schließlich suchten Menschen in der App nicht nur romantische oder erotische Verwicklungen, sondern auch ganz platonische Freundschaften. Was für eine Nachricht: Der moderne Mensch befindet also nicht nur über potentielle Affären, sondern auch über Freunde ausschließlich nach deren Aussehen. Das mag auf den ersten Blick oberflächlich wirken, ist aber durchaus praktisch. So hat man immer noch den Kumpel zum Rumknutschen da, wenn Tinder mal down ist.

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