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Neue Versprechungen Facebooks : Sie sind jetzt Datenpartner

Seine PR-Botschaft lautet nicht mehr „wir wissen gar nicht, was ihr habt“, sondern „wir haben verstanden“: Facebook-Chef Mark Zuckerberg Bild: dpa

Mehr Kontrolle und Transparenz verspricht Mark Zuckerberg mit einem neuen Facebook-Tool. Was nach einem überfälligen Schritt klingt, entpuppt sich als alte Schule der Desinformation.

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          Es war also gar nicht so einfach: Facebook hat eine neue Funktion eingerichtet und „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ genannt. Sie soll, verspricht Mark Zuckerberg in einer jüngst veröffentlichten Erklärung, den Nutzern des sozialen Netzwerks „eine neue Form von Transparenz und Kontrolle“ über diejenigen ihrer Daten bieten, die Facebook von den Betreibern anderer Websites weitergereicht bekommt. Und um dieser Nachricht noch größeres Gewicht zu verleihen, betont der Unternehmenschef: „Wir haben lange daran gearbeitet und mussten einige unserer Systeme umstellen, damit es funktioniert.“

          Es muss mit dem schon seit längerem erodierenden Vertrauen in den rechtschaffenen Umgang des größten sozialen Netzwerks mit den Daten seiner Nutzer zusammenhängen, dass der Konzern seine grundlegende PR-Botschaft von „wir wissen gar nicht, was ihr habt“ zu „wir haben verstanden“ geändert hat – von der immer wieder behaupteten Rücksichtnahme auf die Privatsphäre der Nutzer (freilich in der Absicht, die Nutzer nur besser voreinander abzuschirmen, statt sich selbst in Datengenügsamkeit oder Diskretion zu üben) bis zur immer wieder beteuerten Aufgeschlossenheit für staatliche oder internationale Regulierung.

          Was Facebook immer schon verstanden hat, ist die rücksichtslose Optimierung des eigenen Geschäftsmodells, Nutzerprofile zu bewirtschaften, aus denen sich eine besondere Empfänglichkeit einzelner Nutzer für bestimmte – kommerzielle, politische, propagandistische – Botschaften ableiten und vermarkten lässt. Immer besser versteht sich das Unternehmen auf die Kunst, seinen Nutzern vorzumachen, hinter der Kosmetik, die das Unternehmen dann und wann vornimmt, stünde echtes Entgegenkommen. Bei den Themen Transparenz und Kontrolle ist der Weg, den Facebook eingerichtet hat, lang, ohne weit zu führen.

          Die gute alte Schule der Desinformation

          Wer sich die Mühe macht und auf der Facebook-Seite unter „Einstellungen“ auf „Deine Facebook-Informationen“ klickt, auf der nächsten Seite auf „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ und schließlich auf „Deine Aktivität außerhalb von Facebook“, bekommt endlich aufgelistet, welche Websites und Apps Daten an Facebook weitergegeben haben. Hier finden sich „Werbetreibende, die anhand einer hochgeladenen Kontaktliste mit Kontaktdaten, die du mit ihnen oder einem deren Datenpartner geteilt hast, Werbung schalten“, darunter durchaus auch Unternehmen, von denen der Nutzer selbst noch nie gehört hat, die aber dennoch seine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer an Facebook senden, wo sie mit den im Facebook-Profil hinterlegten Daten abgeglichen werden. Dem Werbetreibenden bleibe die Identität des Nutzers verborgen, beteuert Facebook. Ihm genügt ja auch die Gewissheit, denselben Nutzer mit seiner Werbebotschaft wieder erreichen zu können.

          Die versprochene Transparenz löst Facebook ein, indem das Unternehmen diese Information liefert und – gute alte Schule der Desinformation – zugleich in einem Wust an weniger befremdlicher Information versteckt. Und die Kontrolle? Wer „Künftige Aktivitäten verwalten“ will, kann sich entscheiden, die „Nutzung künftiger Aktivitäten“ zu deaktivieren. Das führt allerdings weder dazu, dass Facebook keine Informationen mehr von „Unternehmen und Organisationen, mit denen du interagierst“ erhält, noch dazu, dass dem Nutzer weniger Werbeanzeigen ausgespielt würden. Lediglich die Verbindung zwischen dem Facebook-Profil und dem Datenzufluss von außen wird gekappt. Vielleicht bietet diese Erkenntnis eine gute Gelegenheit, gleich noch mehr zu kappen.

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