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Springer-Gebäude : In der neuen Stadtmaschine

Arbeitsinseln auf Bergpanorama: So wie hier könnte die Zukunft der Arbeit aussehen. Bild: Laurian Ghinitoiu

Rem Koolhaas baut dem Springer-Konzern ein revolutionäres Haus: Es ist ein Monument für Berlin und seine Geschichte und könnte ein Prototyp für das Arbeiten der Zukunft sein. Wenn der Konzern sich das denn leisten wollte.

          7 Min.

          Es gab eine Zeit, da nannte man den südlichen Teil der Berliner Friedrichstadt das Zeitungsviertel, und es war das größte Viertel dieser Art auf der Welt: Mehr als fünfhundert Verlagshäuser, Druckereien, Setzer, Grafiker hatten sich hier einst angesiedelt, heute ist neben der „taz“, die gerade ein paar Straßen weiter südlich in einen lässig-konstruktivistischen Neubau gezogen ist, nur noch ein Verlag weithin sichtbar: Die Springer SE, die sich gerade auf dem Weg vom Pressehaus zum digitalen Medienkonzern befindet, der sein Geld mit Anzeigenplattformen, Marketing, Services und dem verdient, was der Verlag mit dem sperrigen Wort „Inhalteerstellung“ bezeichnet.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          All das galt es in einem Neubau zu konzentrieren, der so spektakulär sein sollte, dass sich die Digital- und Startup-Szene der Hauptstadt, die bisher dezentral aus ihren Wohnungen arbeitete und keinerlei Ambitionen zeigte, sich an einem Punkt der Stadt zu versammeln, nicht anders könnte, als hier arbeiten zu wollen. Jetzt ist der 300 Millionen Euro teure Bau fertig, und wie immer man das beurteilt, was hier stattfinden soll (Bundespräsident Steinmeier fand bei der Eröffnung ungewohnt mahnende Worte, nicht nur nach gewinnbringenden Klicks zu schielen, was mehr als ein Seitenhieb auf die bei Springer besonders ausgeprägte Klickokratie, den Klick als Erfolgsmesser journalistischer Arbeit war): Hier ist ein Prototyp für eine Arbeitswelt der Zukunft entstanden, eine Stadtmaschine des Digitalzeitalters, wie es sie noch nicht gab.

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