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„Operation Russland“ : Anonymous erklärt Putin den Cyberkrieg

  • -Aktualisiert am

„Das Anonymous-Kollektiv ist nun offiziell im Cyberkrieg mit der russischen Staatsführung“: So sieht es aus. Bild: Anonymous

Nach Putins Angriff auf die Ukraine hat die Hackergruppe Anonymous der russischen Regierung den Cyberkrieg erklärt. Das ist mehr als nur Störfeuer. Anonymous hackt und informiert, ist aber anfällig für Aktionen unter falscher Flagge.

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          Fast jeder militärische Konflikt der letzten anderthalb Jahrhunderte war mitgeprägt von der Evolution der Nachrichtenkanäle: Von der „Emser Depesche“, die 1870 via Telegraphie die Kriegserklärung Frankreichs ge­gen Preußen provozierte, über die Ver­einnahmung des deutschen Rundfunks, die den Nationalsozialisten zu uneingeschränkter propagandistischer Macht verhalf, bis zur medialen Kriegsführung der amerikanischen Regierung im Irakkrieg beeinflusste die technische Entwicklung der Medien Kriegsverläufe. Spätestens mit dem Georgienkonflikt im Jahr 1999 war der Krieg im Internet angekommen. Auch für Putins Invasion in die Ukraine war vorhersehbar, dass Cyberkriegsführung eine Rolle spielen wird. Neu ist die massive In­tervention eines quasi privaten Akteurs: Das Hackerkollektiv Anonymous schaltet sich in das Kriegsgeschehen ein.

          „Das Anonymous-Kollektiv ist nun offiziell im Cyberkrieg mit der russischen Staatsführung.“ Das meldete der Twitterkanal @youranonone des Kollektivs am 24. Februar. Dem vorausgegangen war ein Aufruf des ukrainischen Verteidigungsministers Alexej Resnikov, ukrainische IT-Fachkräfte und Hacker sollten sich an der Verteidigung des Landes beteiligen. Nur wenige Stunden darauf begannen die ersten Attacken von Anonymous unter den Hashtags #Op Russia und #Op Kreml.

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