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Cybercrime-Behörde ermittelt : Funke Mediengruppe von Hackern attackiert

  • Aktualisiert am

Die Firmenzentrale der Funke Medien Gruppe in Essen Bild: dpa

Die Funke Mediengruppe ist nach eigenen Angaben Opfer eines Hackerangriffs geworden. Ob es sich um eine Erpressung handelt, ist noch unklar.

          2 Min.

          Die Funke-Mediengruppe ist am Dienstag nach eigenen Angaben Opfer eines Hackerangriffs geworden. Ihre Zeitungen erscheinen deshalb am Mittwoch nur mit Notausgaben. „Davon betroffen sind bundesweit zahlreiche Systeme“, sagte ein Sprecher am frühen Abend. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung.“

          Die Polizei Essen ermittelt, wie sie auf Anfrage bestätigte. Bei der Staatsanwaltschaft übernahm die Zentrale- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) das Verfahren, wie ein Sprecher sagte. Es gebe vorerst keine Erkenntnisse, dass Kunden- oder Nutzerdaten gestohlen worden seien, erklärte die Mediengruppe.

          Laut ZAC wurden Systeme bei dem Medienhaus von außen verschlüsselt. Ob es sich um eine Erpressung handele, sei noch unklar. „Die Lage ist sehr dynamisch.“ Der Angriff habe bis zum Dienstagabend angedauert, teilte die Mediengruppe mit. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von Funke-Mitarbeitern, die sich teilweise nicht mehr ins Unternehmensnetzwerk einloggen konnten. Die Anwender der mutmaßlichen Erpressungssoftware sollen Lösegeld in Form von Bitcoin verlangen.

          Betroffen sind laut Mediengruppe bundesweit alle großen Standorte des Unternehmens in Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Der Ausfall betreffe mehrere zentrale IT-Systeme, über die die verschiedenen Standorte, Redaktionen und Druckereien des Essener Medienhauses miteinander verbunden sind.

          „Die Zeitungen der Funkemedien müssen morgen aufgrund eines Cyberangriffs leider mit einer Notausgabe erscheinen. Die Webseiten der Markenportale laufen derzeit stabil. Alle kostenpflichtigen Inhalte sind vorerst freigestellt“, teilte der Chefredakteur Digital bei Funke, Carsten Erdmann, per Twitter mit. „Wir bitten um Entschuldigung und Verständnis.“

          „Damit alle unsere Leserinnen und Leser weiterhin gut informiert bleiben, haben wir unsere Paywalls deaktiviert und unsere E-Paper freigestellt“, erklärte auch ein Sprecher der Mediengruppe. Damit erhielten die Leserinnen und Leser gratis auch Zugriff auf sonst kostenpflichtige Inhalte. MDR Thüringen hatte zunächst berichtet.

          Laut Staatsanwaltschaft hat die Polizei Essen eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) gebildet und ermittelt mit Spezialisten des Landeskriminalamts vor Ort.

          Einen ähnlichen Fall hatte es im September an der Uniklinik Düsseldorf gegeben. Damals hatten Unbekannte zahlreiche Server verschlüsselt und ein Erpresserschreiben hinterlassen. Nachdem den Hackern klar gemacht wurde, dass sie ein Krankenhaus attackiert hatten, schickten sie einen digitalen Schlüssel und die System konnten wieder entsperrt werden.

          Zur Funke-Mediengruppe gehören unter anderem die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“, die „Thüringer Allgemeine“ und die „Berliner Morgenpost“

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