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„Beleidigung religiöser Werte“ : Türkische Journalisten verurteilt wegen „Charlie-Hebdo“-Karikatur

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Alles sei verziehen, heißt es auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe von „Charlie Hebdo“ nach den Anschlägen. Die Übernahme der Karikatur ist in der Türkei offenbar unverzeihlich. Bild: AFP

Wieder sind zwei Journalisten der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ verurteilt worden: Hikmet Cetinkaya und Ceyda Karan sollen für je zwei Jahre ins Gefängnis, weil sie eine „Charlie Hebdo“-Karikatur veröffentlicht haben.

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          In der Türkei sind zwei Journalisten zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie eine Mohammed-Karikatur der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ veröffentlicht haben. Die Kolumnisten Hikmet Cetinkaya und Ceyda Karan sollen nach dem Urteil eines Gerichts in Istanbul von diesem Donnerstag für jeweils zwei Jahre ins Gefängnis, wie der Anwalt der Journalisten der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

          Der Anwalt Bülent Utku kündigte an, das Urteil vor dem Obersten Berufungsgericht der Türkei anzufechten. Cetinkaya und Karan hatten ihre Kolumnen in der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ nach dem Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im vergangenen Jahr mit der umstrittenen Zeichnung des weinenden Mohammed aus dem französischen Magazin illustriert.

          Daraufhin eröffnete die türkische Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die beiden Journalisten wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Beleidigung religiöser Werte.

          Kritiker im In- und Ausland werfen der türkischen Regierung vor, die Meinungsfreiheit immer weiter einzuschränken und den Druck auf Medienvertreter immer weiter zu erhöhen. Der Chefredakteur und der Chef des Hauptstadtbüros von „Cumhuriyet“, Can Dündar und Erdem Gül, müssen sich wegen eines Berichts über angebliche illegale Waffenlieferungen an syrische Rebellen vor Gericht verantworten.

          Die türkische Regierung betont, alle Verfahren gegen Medienvertreter seien wegen Vergehen eingeleitet worden, die nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt seien.

          Schwerbewaffnete Islamisten hatten bei dem Angriff auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion in Paris am 7. Januar 2015 zwölf Menschen erschossen, darunter fünf Karikaturisten der für ihre Mohammed-Karikaturen bekannten Satirezeitung. Der Angriff sorgte weltweit für Entsetzen und eine beispiellose Welle der Solidarität.

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