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Twitter-Bild sorgt für Furore : Ein Piks oder fünfzig Präparate?

  • -Aktualisiert am

Corona-Medikamentenbox Bild: Foto drfrocester/Twitter

Der Arzt David Windsor arbeitet auf einer Intensivstation in Gloucester. Als „drfrocester“ hat er auf Twitter ein Bild geteilt, das zeigt, wie viele Medikamente Covid-Erkrankte brauchen. Das ist eindrucksvoll.

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          Sechsundvierzig Fläschen, fünf Packungen sowie diverse mit Flüssigkeit gefüllte Beutel. Auf ihren Etiketten prangen (dem Nicht-Mediziner) so respektein­flößende und teils unverständliche Na­men wie Alfentanil oder Midazolam. Diese eindrucksvolle bildhafte Zusammenstellung des mutmaßlich täglichen Me­di­kamentencocktails eines auf der Intensivstation behandelten Covid-Patienten hat auf der Internetplattform Twitter unter dem Hashtag #getthejab (Hol Dir die Impfung) für Aufsehen gesorgt.

          Hochgeladen hatte das Bild der Intensivmediziner David Windsor vom Glou­cestershire Royal Hospital in England. Auf Twitter ist er unter dem Pseudonym „drfrocester“ aktiv. Er beschreibt sich selbst als verheirateten Vater zweier Kinder mit einer Leidenschaft für Intensivpflege und das englische Gesundheits­system NHS. In seinen jüngsten Beiträgen auf dem Forum beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Corona-Lage und der Wirksamkeit der Impfungen. Auf einem seiner Profilbilder ist er als Wanderer zu sehen, ihm folgt eine kleine Schafherde. Bedeutend größer ist mit 3500 Personen die Schar seiner Follower (Abonnenten) auf Twitter. Nach dem Cocktail-Post am 5. November dürfte die Menge stark auf diese Zahl angewachsen sein. Rund 40.000 Personen gefiel der Beitrag.

          Der Virologe Christian Drosten ver­öffentlichte das Bild am folgenden Tag auf seinem Twitter-Kanal mit dem Kommentar: „Das ist sehr eindrücklich.“ Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach teilte den Beitrag. Beide Medi­ziner verwiesen auf die möglichen Nebenwirkungen der auf dem Bild zu sehenden Medikamente. Für alle, die die Corona-Impfung mit dem Argument möglicher Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen bisher ablehnen, dürfte die Botschaft klar und in etwa folgendermaßen formuliert sein: Wer die Impfung weiter verweigert, muss angesichts der steigenden In­fektionszahlen und voller werdenden Intensivstationen damit rechnen, auf eine Medikamentenpalette angewiesen zu sein, wie sie „drfrocester“ versammelt.

          Der Intensivmediziner Stefan Kluge bezeichnet die Darstellung im Gespräch mit der Zeitschrift Stern als „rea­listisch“. Das Bild zeige die wesent­lichen Medi­kamente für Narkose, künstliche Ernährung, Schmerzbehandlung und Kreislaufstabilisierung beatmeter Covid-Patienten.

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