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Corona-Fonds fürs Fernsehen : Ohne die Sender bewegt sich nichts

  • -Aktualisiert am

Mit Mikro und Maske in Corona-Zeiten: Die Schauspieler Axel Prahl (Mitte) und Jan Josef Liefers beim Interview zu den Dreharbeiten für den „Tatort“. Bild: dpa

Der Ausfallfonds für Film und Fernsehen lässt auf sich warten. Amazon macht schon mal mit. ARD und ZDF aber sehen nur den Staat in der Pflicht. Ein Gastbeitrag.

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          Die Einrichtung eines Ausfallfonds für Kino- und Fernsehproduktionen scheint eine unendliche Geschichte zu werden. Ausgang ungewiss. Während der Bund inzwischen handelt, die Bundesländer zögerlich reagieren, Plattformen Unterstützung signalisieren, lehnen die Sendergruppen eine angemessene Beteiligung weiterhin unisono ab.

          Seit Monaten appelliert die Filmwirtschaft an die Bundesregierung, die Länder und Sender, einen Sicherungsfonds zu schaffen, der das Risiko abfedern soll, wenn Dreharbeiten durch die Corona-Pandemie unterbrochen oder ausgesetzt werden müssen. So verweisen aktuell 39 Verbände und Organisationen der Film- und Fernsehbranche auf eine „massive Gefährdung der Wirtschaftskraft der deutschen Film- und Fernsehindustrie – sowie eine existentielle Bedrohung für die ohnehin von den Corona-Folgen stark betroffenen Produzenten, Distributoren und anderen Film-und Fernsehschaffenden“. Da Versicherungen für solche Schadensfälle nicht aufkommen, tragen bisher die Sendergruppen fünfzig Prozent der Ausfallkosten, allerdings befristet. Zwar sieht das Rettungspaket „Neustart Kultur“, das am 3. Juli vom Bundestag beschlossen wurde, auch fünfzig Millionen Euro für einen solchen Ausfallfonds vor, doch das Konzept der Kulturstaatsministerin berücksichtigt ausschließlich Kinoproduktionen und High-End-Serien, die vom Bund oder der Filmförderungsanstalt gefördert worden sind. Fernsehproduktionen, die etwa achtzig Prozent des Produktionsvolumens ausmachen, und Kinofilme, die von den Ländern bezuschusst werden, sind hier nicht einbezogen. Neben dem Ausfallfonds des Bundes soll deshalb ein zweiter Fonds durch die Länder, Sender und Plattformen etabliert werden.

          Der Vorschlag der Produzentenallianz für den Ausfallfonds II sieht vor, dass dieser „alle Auftragsproduktionen, geförderten TV-Produktionen sowie von Länderförderinstitutionen majoritär geförderte Kinoproduktionen, soweit sie nicht durch den BKM-Ausfallfonds abgedeckt sind“, erfasst. Es sollen Schäden während der Drehphase, einschließlich der Postproduktion sowie in der Entwicklungsphase vor Drehbeginn, erfasst und nur Produktionsbetriebe berücksichtigt werden, die ihren Sitz in Deutschland haben. Die Produzenten sollen mit 2,5 Prozent, mindestens jedoch mit zehntausend und maximal mit fünfzigtausend Euro pro Schadensfall, beteiligt werden. Nachgewiesene Ausfallkosten sollen als nicht rückzahlbarer Zuschuss beziehungsweise als Darlehen gewährt werden. Die Produzentenallianz schlägt für die Finanzierung des Ausfallfonds II vor, dass sich Länder und Sender jeweils zu fünfzig Prozent beteiligen. Die Sendermittel sollen nur für Produktionen der jeweiligen Sendergruppe zur Verfügung stehen. Gleiches gelte für den Beitrag der Plattformen. Insgesamt sollen mindestens hundert Millionen Euro aufgebracht werden.

          In einer Telefonkonferenz haben die Rundfunkreferenten der Länder am Mittwoch über diesen Vorschlag debattiert und ihn, so beurteilt es die Produzentenallianz, „wohlwollend und aufgeschlossen“ bewertet. Bisher liegen Zusagen von vier Bundesländern vor, weitere wollen den Fonds, so war nach der Konferenz zu hören, mitfinanzieren. Allerdings besteht ein eindeutiger Vorbehalt: Wenn sich die Sender nicht angemessen beteiligen, werde es den Ausfallfonds II nicht geben, sagte ein Konferenzteilnehmer. Man könne die Risiken von Fernsehproduktionen nicht sozialisieren, aber die möglichen Gewinne privatisieren.

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