Bei Lesetour in Jena : „Tagesschau“-Sprecher Schreiber mit Torte beworfen
Bei einer Lesung des „Tagesschau“-Sprechers Constantin Schreiber zu seinem neuen Buch kam es am Dienstagabend in Jena zu Tumulten. Etwa 250 Menschen waren, wie die „Ostthüringer Zeitung“ berichtet, in den Hörsaal 1 der Friedrich-Schiller-Universität gekommen, um der Vorstellung von „Glück im Unglück“ beizuwohnen. In seinem Buch behandelt Schreiber aktuelle Krisen, zudem möchte er zeigen, wie man es nichtsdestotrotz schaffe, bei Laune zu bleiben und sein Glück zu finden.
Vor Beginn der Veranstaltung verteilten Studenten Flyer mit dem Titel „Literatur verbindet – Schreibers Bücher spalten“, in denen Schreiber wegen seines 2021 erschienenen Buchs „Die Kandidatin“ kritisiert wird. Die unbekannten Verfasser beziehen sich, wie die „Ostthüringer Zeitung“ berichtet, auf Rezensionen aus der „taz“ und der „Süddeutschen“, in denen Schreiber Hetze gegen Flüchtlinge und Rassismus vorgeworfen worden sei.
Im Hörsaal zeigten einige Personen ein Banner, ein Mann bewarf Schreiber mit einer Torte und verließ anschließend den Raum. Der „Ostthüringer Zeitung“ zufolge stieß die Aktion bei der restlichen Zuhörerschaft weitestgehend auf Unverständnis. Auf das Diskussionsangebot Schreibers sowie des Moderators seien die Demonstranten nicht eingegangen.
Nachdem die Bühne mithilfe einiger Zuhörer von Tortenresten gesäubert worden war, setzte Schreiber die Lesung ungestört fort. Die Vorstellung des Buchs, die Thorsten Büker, der Leiter der Jenaer Lokalredaktion der „Ostthüringer Zeitung“, moderierte, fand im Rahmen der Reihe „Literatur verbindet“ statt. Die Friedrich-Schiller-Universität organisiert in Kooperation mit Thalia Veranstaltungen zu diesem Thema.
Die Friedrich-Schiller-Universität verurteilte den Angriff auf Schreiber. Deren Präsidium unterstütze den offenen, gesellschaftlichen Austausch auch zu kontroversen Themen und spreche sich gegen tätliche Angriffe aus, hieß es in einer Mitteilung.
