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Christiansens Nachfolge : ARD entwickelt Pläne für Maischberger, Plasberg und Will

Noch wird nicht laut ausgesprochen, wer Christiansen beerben soll. Sandra Maischberger womöglich Bild: dpa

Die Nachfolge für Christiansen nimmt konkrete Gestalt an. Wie die F.A.Z. aus Teilnehmerkreisen der ARD-Konferenz erfuhr, entwickeln die Sender NDR und WDR Konzepte für Frank Plasberg und Anne Will. Sandra Maischberger ist die Dritte im Bunde - ohne Landessenderanbindung.

          Die Fernsehdirektoren der ARD wollen den Intendanten einen Vorschlag für die Nachfolge von Sabine Christiansen unterbreiten. Das beschlossen sie am Dienstag bei einer Konferenz in Frankfurt. Die Talkshow soll weiterhin im ersten Programm sonntags um 21.45 Uhr über sechzig Minuten laufen, zuständig ist der Politik-Koordinator der ARD. Bis zum nächsten Intendantentreffen am 5. Februar werden von den Sendern drei Konzepte erarbeitet, eines soll bis dahin das Rennen machen. Bei der Entwicklung der Konzepte treten die Sender NDR und WDR gegeneinander an. Der WDR entwickelt, wie die F.A.Z. aus Teilnehmerkreisen der ARD-Konferenz erfuhr, ein Konzept für und mit Frank Plasberg, der NDR eines mit Anne Will, Dritte im Bunde, ohne direkte Anbindung an einen Landessender, ist Sandra Maischberger.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Damit entwickelt sich die Suche nach einem Nachfolger für Sabine Christiansen zu einem Wettstreit zwischen zwei Sendern, deren Intendanten zu Beginn noch auf einer Wellenlänge waren. Der inzwischen gescheiterte Plan, Günther Jauch als Nachfolger für Sabine Christiansen zu holen, stammte nämlich ursprünglich von dem WDR-Intendanten Fritz Pleitgen, sein Kollege Jobst Plog übernahm hernach, gemeinsam mit dem Direktor des ersten Programms, Günter Struve, die Verhandlungen.

          Geplante Zusammenarbeit gescheitert

          Ende November des vergangenen Jahres lag den Intendanten ein unterschriftsreifer Vertrag vor, der NDR wurde beauftragt, die Sache mit Jauch abzuschließen. Der Sender werde beauftragt, heißt es in der Niederschrift der fraglichen Intendantensitzung, „einen entsprechenden Vertrag namens der ARD rechtsverbindlich abzuschließen“. Doch wurden zugleich zwei Nachforderungen erhoben, welche die geplante Zusammenarbeit mit Jauch scheitern ließen: Jauch sollte sich unter die Hoheit der ARD-Chefredakteure begeben und für die ARD journalistisch möglichst exklusiv wirken - was das aus für Jauchs Sendung „Stern TV“ bei RTL bedeutet hätte. Vor allem aus dem Umkreis des WDR hatte es entsprechende Forderungen gegebe, etwa aus dem Rundfunkrat.

          Vom Dritten ins erste? Frank Plasberg

          Am vergangenen Donnerstag hatte der Moderator der ARD deshalb schließlich abgesagt. Seither tobt im Senderverbund eine Auseinandersetzung, die am Montag darin gipfelte, dass der Intendant des Südwestrundfunks, Peter Voß, in einem offenen Brief an Jauch mitteilte, aus seiner Sicht sei der Vertrag noch nicht unterschriftsreif gewesen. Jauch hatte sich im Interview mit der F.A.Z. über Indiskretionen und Nachforderungen beklagt, später schimpfte er unter anderem auf die „Gremlins in den Gremien“.

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