https://www.faz.net/-gqz-a7dvk

Kulturhauptstadt Europas : Chemnitz nimmt Hürde im zweiten Anlauf

  • Aktualisiert am

Repräsentativ nicht nur an Weihnachten: Chemnitz Bild: dpa

Ein in Verruf geratenes Vergabeverfahren hält die Entscheidung für Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025 auf. Nun sind sich die zuständigen Kulturminister einig. Künftig soll mehr Transparenz helfen.

          1 Min.

          Nach einer überraschenden Verzögerung haben die Kulturminister der Länder die Entscheidung für Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt doch noch einstimmig bestätigt. Die Ministerrunde hatte die Jury-Entscheidung im Dezember überraschend auf Eis gelegt. Erste sollte noch ein Gespräch mit der Jury-Vorsitzenden Sylvia Amann über das in die Kritik geratene Vergabeverfahren erfolgen. Die aufgeworfenen Fragen hätten geklärt werden können, hieß es nach einer Videoschalte an diesem Montag in Berlin.

          Betont wurde der Mitteilung zufolge „nachdrücklich, dass Transparenz und Chancengleichheit unverzichtbare Elemente für einen fairen Wettbewerb darstellen“. Der neue Vorsitzende der Ministerrunde, Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), werde sich bei der Europäischen Kommission für die Stärkung eines transparenten Auswahlprozesses einsetzen, „um das erfolgreiche EU-Projekt Kulturhauptstadt Europas zukunftsfest zu machen“.

          Zur Bewerbung hieß es, Chemnitz habe unter dem Motto „C the Unseen – European Makers of Democracy“ ein überzeugendes Konzept vorgelegt. Die sächsische Stadt hatte sich Ende Oktober gegen die auf der Shortlist noch vertretenen Städte Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durchgesetzt. Die entsprechende Empfehlung für Chemnitz verkündete die europäische Auswahljury. Zuvor waren bereits die Mitbewerber Dresden, Gera und Zittau ausgeschieden.

          Die zweite Europäische Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien. Jüngste Europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor auch schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988).

          „Chemnitz wird damit zu einem kulturellen Aushängeschild Deutschlands mit nationaler, europäischer und internationaler Strahlkraft“, sagte Lederer. Aus Sicht von Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) hat Chemnitz „eine tolle Bewerbung hingelegt“. Nun sei es wichtig, diesen Schwung zu nutzen.

          Die Entscheidung der Länder muss noch von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bekräftigt werden. Anschließend werden die zuständigen EU-Stellen durch das Auswärtige Amt informiert.

          Weitere Themen

          Biden kassiert Trumps Erinnerungspolitik

          „1776“ ist Geschichte : Biden kassiert Trumps Erinnerungspolitik

          Das propagandistische erinnerungspolitische Pamphlet der „1776 Commission“, das zu Trumps Vermächtnissen zählte, stand nur wenige Tage auf der Website des Weißen Hauses. Jetzt hat es Präsident Biden per Dekret kassiert – und die Website neu gestalten lassen.

          Topmeldungen

          Jung und Alt in der Krise : Ein Abgrund der Pandemie

          Es ist eingetreten, was befürchtet wurde: Opfer der Corona-Krise sind vor allem die Alten. Die Corona-Politik offenbart ein Verhältnis von Alt und Jung, das zu dieser Tragödie beigetragen hat.
          Morgenlicht auf dem Zugspitzmassiv

          Immobilienpreise : Teure Sehnsucht nach dem Bergidyll

          Wohnimmobilien in Skiregionen sind heiß begehrt. Vor allem der deutsche Alpenraum gilt als teuer. Doch international sind die Preise vor allem in der Nähe bekannter Erholungsgebieten noch viel höher.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.