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Noch Stellvertreterin, bald Chefredakteurin der „BIld“: Tanit Koch. Bild: dpa

Ausgebootet von Reichelt : Chefredakteurin Tanit Koch verlässt die „Bild“

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Nach nur zwei Jahren hat die erste Chefredakteurin der „Bild“-Zeitung gekündigt. Der Verlag lobt Tanit Koch zum Abschied – doch die Trennung ist nicht einvernehmlich.

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          Die Journalistin Tanit Koch gibt ihren Job als Chefredakteurin der „Bild“-Zeitung nach einem internen Machtgerangel ab. Seit dem 1. Januar 2016 war sie im Amt. Damals trat sie die Nachfolge von Kai Diekmann an, zuvor war sie stellvertretende Chefredakteruin und hatte als Diekmanns Bürochefin fungiert. Innerhalb von zehn Jahren hatte sich Tanit Koch bei Springer von der Volontärin zur Chefin der gedruckten „Bild“-Ausgabe hochgearbeitet. Ende Februar wird sie den Dienst nun quittieren.

          „Für ,Bild` hat sie Großartiges geleistet, zuletzt als Chefredakteurin“, lässt sich der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner in der Meldung zum Abschied von Koch zitieren. Tanit Koch sei „es mit viel Leidenschaft und Kompetenz gelungen, eine beispiellose journalistische Karriere bei Axel Springer zu absolvieren.“

          Döpfners weiteren Ausführungen deuten die Gründe für Tanit Kochs Kündigung allerdings schon an: „Die Verantwortungskonstellation in der Chefredaktion war zwar gut gemeint, hat aber in der Praxis nicht funktioniert, weil diese Aufstellung nicht zu ,Bild` passt. ,Bild` braucht ganz klare Verhältnisse.“

          Mit der „Verantwortungskonstellation“ ist das System gemeint, bei dem mehrere Chefredakteure, unter anderem Tanit Koch, dem Vorsitzenden Chefredakteur Julian Reichelt unterstellt sind. Reichelt ist außerdem Digitalchef der „Bild“. Die gedruckte Ausgabe der “Bild“ sah er dem Vernehmen nach ebenfalls als Chefsache an – und damit als seine eigene.

          In einer an die Mitarbeiter der Redaktion verschickten E-Mail sagt Tanit Koch klipp und klar, warum sie ihren Job als „Bild“-Chefin an den Nagel hängt: „Wenn zwei Menschen professionell nicht harmonieren, lässt sich das eine Zeitlang durch Kompromisse ausgleichen. 2017 war davon geprägt, bis meine Kompromissbereitschaft an ihre Grenzen gelangte.“ Ihr sei in diesem Zeitraum auch klar geworden, dass sich „Bild“ nicht durch Kompromisse auszeichne, sondern durch Klarheit. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Koch auf die Frage, ob sie in einem Machtkampf mit Julian Reichelt unterlegen sei: „Es hat in der Konstellation schlicht nicht funktioniert.“

          Sie verlasse die „Bild“-Zeitung „mit einem Lächeln“, schrieb Tanit Koch in der Mail an die Kollegen. Nun freue sie sich „auf das nächste Abenteuer.“ Dem Eindruck, mit ihrem Fortgang sei auch die Offensive des Springer-Verlags zur Berufung von mehr Frauen in Führungsjobs gescheitert, trat Koch im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur entgegen: Im Springer-Verlag seien „Chefredakteurinnen längst Normalität“. Es gehöre aber auch zu dieser Normalität, dass „Frauen - wie Männer - Führungspositionen wieder verlassen“. Die „Bild am Sonntag“ wird von der Chefredakteurin Marion Horn geleitet, die Boulevard-Zeitung „B.Z.“ von Miriam Krekel.

          Angeblich soll der Springer-Verlag Tanit Koch mehrfach andere Posten angeboten haben, die sie ausschlug. Ihre Aufgaben übernimmt nun offiziell Julian Reichelt.

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